Tag 9 - Gedenken an den Genozid und Abenteuernacht im Regenwald

9. Tag - Gedenken an den Genozid und Abenteuernacht im Regenwald

Das Programm des heutigen Tages war sehr voll und in vielfältiger Weise herausfordernd. Zunächst einmal ging es um die Geschichte des Landes mit dem Besuch des nationalgeographischen Museums in Butare. Anhand von Infotafeln, Objekten, Modellen  und Bildern erfuhren wir viel über die Kulturgeschichte Ruandas. Danach ging es zur Genozidgedenkstätte  Murambi in Gikorongo. Zunächst erhielten wir durch eine sehr anschauliche Ausstellung einen historischen Überblick über die Geschehnisse von 1994, die Hintergründe und historischen Wurzeln, die sehr viel mit den deutschen und inbesondere den belgischen Kolonialherren zu tun haben. Es waren die Belgier, die aus sozialen Schichten (Tutsi waren Familien, die mindestens 10 Kühen hatten, Hutu, die weniger als 10 Kühe besaßen) Ethnien mit Merkmalen machten und diese dann auch in den Pass identifizierten. Vorher war es noch möglich, dass Familien von der einen zur anderen Schicht wechseln konnten, danach waren sie in der "Ethnie" definiert. Danach ging es auf das Gelände, wo man die Dimensionen der Massengräber der ermordeten Tutsi wahrnehmen konnte. An einem Tag wurden dort auf dem Hügel 40-50.000 Tutsi ermordet. Es war ein vorbereitetes Gemetzel auf einem historisch belasteten Platz, da auf diesem Hügel bereits früher Tutsi massenweise ermordet wurden. Über das Betreten der beiden Trakte auf dem Gelände und die damit verbundenen Empfindungen kann man in einem Blog nicht berichten (...). Es ist schwer, nach solch einem Programmpunkt wieder in die "Normalität" zurückzukommen.

Herr und Frau Loch trennten sich dann von der Reisegruppe, um die Krankenstation von Frau Dr. Uta Düll zu besuchen, während sich die Schülergruppe auf den Weg zum Nyungwe-Regenwald machte.