Tag 5 – Der Sonne hinterher
Ganz im Gegensatz zum Sturm am vorherigen Tag weckte uns donnerstags die Sonne, die schon früh hoch am blauen Himmel stand. So starteten alle den Tag mit guter Laune, wenngleich auch die vorherige Nacht den Erzählungen nach wieder recht kurz ausgefallen war, da wohl bis spät in die Nacht noch viel Gossip ausgetauscht und gespielt wurde. Mija, die am Vortag von Herrn Rosenbaum spontan zum Kaffeedienst verdonnert worden war, brachte Alwin und dem Lehrerteam alle zwei Stunden ein frisch aufgebrühtes Heißgetränk an Deck, was anschließend im strahlenden Sonnenschein bei guten Gesprächen genossen werden konnte. Herr Rosenbaum erhielt dabei von den Jugendlichen auch noch eine ausführliche Einführung ins Vokabular der Jugendsprache und wurde dabei tatkräftig von seiner persönlichen Dolmetscherin in Form von Frau Reimann unterstützt. Die Klasse 9b bescheinigt ihrem Klassenlehrer daher nun hiermit offiziell ein fortgeschrittenes Sprachniveau in der Kategorie „Jugendsprache“ – empfiehlt aber wärmstens das regelmäßige Üben!
Nach dem Durchqueren der Schleuse in Richtung IJsselmeer wurden erneut die Segel gehisst und dabei auch zum ersten Mal das Besansegel, welches ja nun das Hauptsegel ersetzen sollte. Mit viel Geschick wurde dieses am Mast befestigt und dann gemeinsam hochgezogen. Der von den Jugendlichen angestimmte Kanon „Hejo, spann den Wagen an!“ trug dazu bei, dass Max uns eher in der Motivation bremsen als anspornen musste, da wir beinahe zu schnell für unseren Seebären gearbeitet haben. Trotzdem freute er sich sehr über die gute Laune, die alle Anwesenden versprühten.
Währenddessen wurde unter Deck eine konzentrierte Partie Monopoly gespielt, bei der einige ihr finanzielles Geschick eindrucksvoll unter Beweis stellten, andere aber so schnell ihr Geld verzockten, dass man vielleicht in Ökonomische Bildung besser hätte aufpassen müssen. Da die Jungs aber so konzentriert waren, wurden sie von Max beim Hissen der Segel verschont, erhielten aber im Anschluss eine für sie zugeschnittene Spezialaufgabe: Deck schrubben! Also hieß es – Eimer rein ins Meer und: „Wasser marsch!“ Zu ihrem eigenen Erstaunen sorgte dieser Job aber für jede Menge Spaß und das Deck war zum Schluss blitzblank.
Darüber hinaus wurde die Traglast des Klüvernetzes am Bug des Schiffes an diesem Tag besonders auf die Probe gestellt. Nachdem zunächst Herr Rosenbaum und Frau Reimann diese einzigartige Art von Hängematte für sich und ihren Mittagsschlaf entdeckt hatten, kletterten am Abend nach einem leckeren Burgerbuffet an Deck gleich zwölf Schülerinnen und Schüler auf einmal ins Netz, um den Sonnenuntergang in der Bucht von Stavoren zu genießen. Da auf diese Weise direkt so viele an einem Ort versammelt waren, wurde die Gelegenheit kurzerhand genutzt, alle am letzten Abend nochmal zusammenzutrommeln (wofür die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Twister-Runde unter Deck erst entknotet werden mussten) und ein herzliches DANKE an Alwin und Max zu richten, die entscheidend zu dieser unvergesslichen Fahrt beigetragen haben. Anschließend wurde der letzte Abend in gemütlicher Atmosphäre unter dem glitzernden Sternenhimmel zelebriert und alle waren sich schnell einig: Eine solche Klassenfahrt erlebt man wirklich nur einmal!
