Tag2

Tag 2 – Überfahrt nach Makkum

In den ersten Morgen an Bord startete ein Großteil recht verschlafen, was dann wohl der kurzen Nacht geschuldet war. Darauf nahm aber Matrose Max, der waschechte Seebär, natürlich keinerlei Rücksicht, immerhin stand heute der erste Segeltag an und hier waren alle gefragt, denn so ein Segel hisst sich schließlich nicht von alleine. Also warfen sich alle in wetterfeste Kleidung, kletterten an Deck und lauschten (mehr oder weniger) aufmerksam den Anweisungen. Nachdem zunächst fleißig Knoten geübt – alle beherrschen nun den sogenannten Mastwurf im Schlaf – und die Namen der Segel, Seile und Schiffsteile im Detail geklärt wurden, wurden die Schülerinnen und Schüler in zwei Teams eingeteilt, alle legten die Hände ans Seil und dann hieß es im Akkord: „Ziiiiiiieht! Ziiiiiiieht!!!!“

Und das hieß es auch an diesem Tag nicht nur einmal, sondern mehrmals, denn immer, wenn die Schiffsglocke dreimal geläutet wurde, hatte sich jeder an Deck zu begeben und anzupacken. Segeln ist schließlich Teamarbeit und die Klasse 9b ist erwiesenermaßen ein gutes Team!

Es wuchsen dann auch tatsächlich einige über sich hinaus, was die Muskelkraft, die Talente und das Durchhaltevermögen angeht und nach einem besonders heftigen Wendemanöver erhielten schließlich Frau Reimann, Isabella und Titus den ersten Fleißsticker der Reise, worauf sie mächtig stolz waren. Letzterer entwickelte sich übrigens generell innerhalb weniger Stunden zum fleißigsten Matrosen an Bord, flitzte mit Fernglas von A nach B, übte Knoten und wickelte Seile, was das Zeug hielt. Unterdessen entdeckte Simon seine Liebe zum Steuerrad, woraufhin Alwin ihm auch zumeist bereitwillig das Steuer überließ und nur an manchen Stellen eingreifen musste, wenn Simon doch wieder eine kreative Alternativroute einschlagen wollte.

Andere wurden währenddessen zumindest zunächst optisch segelfest gemacht, denn Linnéa eröffnete an Bord einen privaten Friseursalon für französische Zöpfe, die dem starken Wind standhielten. Währenddessen wurde viel Klatsch und Tratsch ausgetauscht und damit etablierten sich die täglichen Gossip-Runden. Generell brachte somit der erste Tag auf See viel Ruhe, gute Gespräche und Entspannung mit sich – nur nicht für das Küchenteam, welches unter der Leitung von Mika und mit viel Blut, Schweiß und Tränen in stundenlanger Arbeit ein hervorragendes indisches Curry zauberte. Andere verbrachten den Tag im Klüvernetz am Bug des Schiffes und ließen dort die Seele baumeln, während wieder andere im Bauch des Schiffes zu einer kleinen Pokerrunde einluden.

Als dann gegen Abend in Makkum angelegt wurde, durften alle an Land gehen und das kleine Städtchen auf eigene Faust erkunden. Viel interessanter als das Städtchen selbst schienen allerdings die ganzen anderen Segelschiffe um uns herum zu sein, welche zum Großteil auch Schulklassen beherbergten, mit denen schnell die ersten Kontakte geknüpft wurden. Irgendwann war sich dann auch kein Lehrer mehr so richtig sicher, ob jetzt jeder nur noch die eigenen Schüler an Bord hatte oder ob die Klasse spontan Zuwachs bekommen hatte …

Während eines traumhaften Sonnenuntergangs im Hafen stieg dann zum Abschluss des Tages noch eine kleine spontane Tanzparty an Deck. Hier trafen zwar verschiedene Musikgeschmäcker aufeinander, doch zum Mitsingen animiert wurde trotzdem jeder. Und so fand der zweite Tag unseres Segelabenteuers einen absolut idyllischen Ausklang.