Meine Superkraft - Vorlesen
Lahnstein. Am Ende fließen ein paar Tränen – die 11jährige Mona kann es gar nicht fassen, dass sie gewonnen hat und sie bald beim Bezirksentscheid des Vorlesewettbewerbs den Kreis Rhein-Lahn vertritt. Die Jury hatte es sich nicht leicht gemacht, sich für einem Sieger zu entscheiden: „Eigentlich habt ihr alle gewonnen“, unterstrich Deutschlehrerin Lydia Ibald dann auch bei der Preisverleihung am Ende dieses aufregenden Vormittages in der Aula des Johannes-Gymnasiums. Zum wiederholten Mal hatte die Schule den Kreisentscheid des Vorlesewettbewerb „Meine Superkraft – Vorlesen“ ausgerichtet.

Wie in den vergangenen Jahren hatten sich die Schulsieger, begleitet von den betreuenden LehrerInnen und Freunden, von 13 Schulen des Rhein-Lahn-Kreises schon früh am Morgen in der Aula eingefunden. Dort wurden sie nicht nur von einer fünfköpfigen Jury, sondern auch von einer Bläsergruppe des Johnny erwartet, die für einen würdigen Rahmen sorgte. Bevor es dann in der ersten Vorleserunde mit den „Lieblingstexten“ losging, erläuterte Moderatorin Lydia Ibald noch einmal die Regeln. Und dann entführten die Schülerinnen und Schüler die Zuhörer in die „unlangweiligste Schule der Welt“, „zum Mittelpunkt der Erde“ und die „Heiligtümer des Todes“, sie ließen sie dem „Ruf des Drachen“ und dem Heulen der „weißen Wölfin“ lauschen und mit „Momo“ und den „Brüdern Löwenherz“ in andere Welten reisen. Knisternde Spannung lag in der Luft, als Percy Jackson und seine Freunde sich aufmachen, den Olymp – mitten in New York – zu verteidigen, und die Zuhörer würden schon gerne wissen, wie es weitergeht beim dem Online-Rollenspiel „Erebos“. Wer hatte nun am überzeugendsten die Spannung aufgebaut, wer am besten betont und den Text stimmlich gestaltet? Konnte man alles gut verstehen? Die Jury hatte es wahrlich nicht leicht und kam erst nach der zweiten Runde, in der ein fremder Text gelesen und „gestaltet“ werden musste, zu einem abschließenden Ergebnis.
Genau zwei Minuten hatten die jungen Vorlesenden jeweils Zeit, um „Rocky Winterfeld“ (Marie Hüttner) zum Leben zu erwecken, seine Eigenheiten und die seiner eigenartigen Physiklehrerin zu erfassen und sich mit ihm über einen merkwürdigen Brief zu wundern. Besonders lange Eigennamen sind da eine Herausforderung, die aber bravourös gemeistert wurde. Und nicht nur Lydia Ibald war sichtlich angetan: „Ich habe richtig Lust bekommen, das Buch zu lesen“. Das können die Schulsieger jetzt in aller Ruhe zu Hause tun, denn das Buch ist auch das Geschenk der Veranstalter an alle Teilnehmenden.

Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, wird seit 1959 jährlich ausgetragen, über 600.000 SchülerInnen der sechsten Klassen sind jedes Jahr mit ihren Lieblingsbüchern dabei. Die Schulsieger des Rhein-Lahn-Kreises waren:
Sophie Winter (Johannes-Gymnasium), Yasin Kacar (Martinusschule Lahnstein), Mona Hümmerich (Marion Dönhoff-Gymnasium), Lene Weiler (Realschule Plus Bad Ems Nassau), Simon Perialis (Goethe-Gymnasium Bad Ems), Elena Schlabow (Wilhelm-Hofmann-Gymnasium St. Goarshausen), Sophie Pfeiffer (Loreleyschule Grund- und Realschule plus), Lena Effing (Nicolas-August-Otto-Schule IGS Nastätten), Payton Jolie Rück (Realschule Plus im Eirich), Jonas Engels (Leifheit Campus Nassau), Ronja Wiese (Sophie-Hedwig-Gymnasium Diez), Marla Kullmann (Theodissa Realschule Plus Diez), Giulia Di Cesare (Realschule Plus im Aartal).mrk

