Vor den Weihnachtsferien besuchten 16 Lateinschülerinnen und Schüler der MSS 11/12 zusammen mit ihren Lehrerinnen Frau Minden und Frau Schmitz die antiken Stätten des früheren castrum

Moguntiacum, des heutigen Mainz.

Beginnend mit dem Besuch des in Deutschland einzigartigen Museums für Antike Schifffahrt  erhielten wir anhand originaler Überreste eines römischen „Wachschiffes“, das vor 20 Jahren in Mainz bei der Erweiterung des Hilton Hotels in der Nähe des Mainzer Rheinufers gefunden worden war, Einblick in die Schiffskonstruktionen zur Bewachung der Flussstützpunkte entlang des Ober -und Niederrheins. Die verschiedenen Posten zu Schiff und zu Land, die für den Schifffahrt notwendig waren, wurden durch Weihesteine, die die Lebensumstände der Flottenbesatzung demonstrierten, genauer erläutert.


Nach der Besichtigung im Museum führte unser Weg vorbei an dem Römischen Theater, das seit Kaiser Augustus der zentrale Ort für die jährlichen Drususgedenkfeiern war. Es bot Platz für ca. 10.000 Besucher, die aus Gallien und Germanien anreisten, um an den Festlichkeiten teilzunehmen. Es ist das größte antike Bühnentheater nördlich der Alpen, das von Forschern gefunden wurde.

                                     

Die zweite Station befand sich nur wenige Minuten entfernt, der sogenannte Drusus- oder Eichelstein, Ehrendenkmal für  General Drusus, errichtet durch das Mainzer Heer. General Drusus, geboren 38 v. Chr., war der Stiefsohn Kaiser Augustus. Auf seinen Feldzügen vergrößerte er das römische Reich, indem er in vier Feldzügen Germanien von Rhein bis zur Elbe eroberte. Im Alter von 30 Jahren erlag er den Verletzungen, die er sich bei einem Sturz von einem Pferd zugezogen hatte. Der Stein war 30 Meter hoch und 14,6 x 14,6 Meter breit. In früheren Zeiten konnte das Denkmal vom anderen Rheinufer gesehen werden und diente als Demonstration für die Stärke von Mainz und dem römischen Reich, heute jedoch ist der Blick durch Baumreihen versperrt.

Schließlich kamen wir zur Kirche St. Stephan. St. Stephan ist die älteste gotische Hallenkirche am Mittelrhein und nach dem Mainzer Dom die für Mainz bedeutendste Kirche der Stadt. An den neun Chagall-Fenstern konnten wir nicht vorbeigehen ohne einen Blick in die Kirche zu werfen. Der französische Künstler Marc Chagall hatte ab 1978 einen Bilderzyklus zu alttestamentlichen Geschichten für die Chorfenster entworfen, die vor dem typischen Chagall Blau in Glas gefasst sind. Diese Bilder stehen als Zeichen jüdisch-christlicher Einheit und Aussöhnung. Die von dem im nationalsozialistischen Deutschland verfolgten Juden Marc Chagall geschaffenen Fenster, die aus Freundschaft zu dem ehemaligen katholischen Pfarrer, Monsignore Klaus Mayer, der Kirche St. Stephan, entstanden, zeigen die Abrahamgeschichte bis hin zum leidenden Gottesknecht nach Jesaja im Bilde der Kreuzigung Jesu. Diese Fenster sind die letzten Kirchenfenster, die Chagall vor seinem Tod 1985 noch gestaltete. Da er vor Vollendung seines Werkes die Bilder nicht mehr fertigstellen konnte, wurde die Arbeit von einigen seiner Schüler beendet.

Angelangt am Gutenbergplatz, auf dem das berühmte Denkmal von Johannes Gutenberg zu finden ist, nahmen wir unser Mittagessen in einem Restaurant  ein. Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zur der Jupitersäule, die auf dem Platz vor dem Landtag und der Staatskanzlei aufgestellt ist. 1904/1905 wurde die Säule in mehr als 2000 Fragmenten aufgefunden und ausgegraben. Sie besteht aus Lothringischem Kalkstein und hatte inklusive Sockel und Jupiterstatue eine Höhe von 12-13 Metern. Im Reliefschmuck sind 27 weitere Gottheiten eingearbeitet, der Szenen aus der Mythologie der Römer darstellt. Die Inschrift des Bogens übersetzt auf Deutsch lautet ungefähr folgendermaßen: “Dem Jupiter Optimus Maximus Für das Heil des Nero Claudius Cae war Augustus Imperator (haben diese Denkmal errichtet) auf öffentlichen Beschluss die Bewohner der Lagervorstadt unter dem Oberkommandierenden und kaiserlichen Statthalter Publius Sculius Scribonius Proculus. Auftrag und Finanzierung: Quintus Julius Priscus und Quintus Julius Auctus.”

Auf der anderen Seite der Straße liegt der Dativius-Victor-Bogen, der im 3. Jhr. nach Chr. errichtet wurde, der ein Teil des römischen Mainz war. Der Bogen wurde 1898-1911 in der Nähe des Gautors aufgefunden und geborgen. Er wurde aus Sandstein errichtet und bunt bemalt. Ursprünglich war der Bogen Teil eines Mauerwerks, möglicherweise des Porticus, einem Säulengang oder Säulenhalle. Er ist 6 Meter hoch und 4,60 Meter breit.

Die letzte Station, bevor wir vom Hauptbahnhof aus den Zug zurück nach Koblenz nahmen, war die katholische Kirche St. Peter. Sie ist eine der bedeutendsten Barockgebäuden in Mainz und ursprünglich Stiftskirche, geweiht dem Apostel Petrus. Heute steht sie als Pfarrkirche im Nutzen der Pfarrei St. Peter/ St. Emmeran.

Die Teilnehmer der Exkursion: