Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und die Georg-August-Universität Göttingen boten im Dezember 2016 zum
vierten Mal das Projekt „PiA – Physik im Advent“ (http://www.physik-im-advent.de) an und freuten sich über mehr als 26000 Schülerinnen und Schüler als Teilnehmer. Unter den Besten  wurde die Klasse 10a des Johannes-Gymnasiums ausgelost. Der Gewinn ist eine Werksführung durch das OPEL-Werk in Rüsselsheim.


Sören Selbach ist Vizeweltmeister im IYPT Physik-Weltcup-Finale

Jekaterinburg zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner schönsten Seite: Finalwetter für den Physik-Weltcup IYPT. Nach einem langen Trainingstag sehr gut gewappnet traf heute das deutsche Team mit Sören Selbach (18) aus Koblenz, Ann-Kathrin Raab (18) aus Rosenheim, Kapitän Jonas Landgraf (18) und Fabian Eller (18) aus Weiden und Carina Kanitz (18) aus Erlangen auf die Schülergruppen aus Singapur, Taiwan und der Schweiz. Prickelnde Spannung dominierte das rund vier Stunden dauernde Finale, bei dem die deutsche Fünf die Mitstreiter aus der Schweiz und Taiwan klar auf die Plätze 3 und 4 verwies. Nur Singapur wurde seiner Favoritenrolle gerecht und hatte nach vier Wettkampfrunden die Nase vorn. Aber Deutschland darf sich nun ein Jahr mit dem ruhmreichen Titel Vizeweltmeister schmücken.

„Heute ist es super gelaufen. Ich bin mit dem zweiten Platz hoch zufrieden“, sagt Sören. Was das bedeutet, zeigte beim Auftakt-Wettstreit seine Teamkollegin Carina, die kritisch, klar und überzeugend die Diskussion um Lasermessungen zur Bestimmung der wichtigsten Eigenschaften von Glas für sich entschied. Fabian spielte sein fundiertes Wissen im folgenden Wettkampf, der eine Wabenstruktur in einer unter Hochspannung gesetzte Schale mit Öl behandelte, souverän aus. Damit überflügelte er die Schweiz, musste sich aber dem Team aus Singapur geschlagen geben. „Die Jury war auf jeden Fall kompetent und fair“, sagt Sören. So war nach dieser zweiten Runde noch alles offen und die Spannung stieg. 

Wie schon mehrmals während der fünf Wettkampftage musste nun Kapitän Jonas ran, um die hervorragende deutsche Position zu sichern. Mit großer Mühe versuchten die Teams aus Singapur und Taiwan Schwächen in seiner Präsentation über ungewöhnlich lange tanzende Wassertropfen auf einer vibrierenden Seifenlauge zu finden. Vergeblich. Sowohl dem Publikum als auch der Jury war klar, dass Jonas das faszinierende Phänomen am besten begriffen hatte. „Jonas Report war wie erwartet sehr gut“, sagt Sören. So konnten die Fünf mit der Bestnote in diesem Wettstreit den Vorsprung zu Taiwan und der Schweiz ausbauen. Zudem setzten sie die Messlatte für den einzig verbleibenden Konkurrenten Singapur sehr hoch.

Im vierten und letzten Wettstreit des Physik-Weltcup 2016 waren Sören und sein Team zum Zuschauen verbannt. Dennoch verfolgten die fünf Achtzehnjährigen hoch konzentriert die Präsentation Singapurs zu den kreiselnden Bewegungen eines Pendels. Das Problem zeigte sich trotz der einfachen Beschreibung als außerordentlich komplex. Doch das Team aus Singapur bekam es hervorragend in den Griff und sicherte sich die allerhöchste Bewertung des Wettbewerbs und damit auch den Gesamtsieg. „Zu Singapur muss man, glaube ich, nicht mehr viel sagen“, sagt Sören voller Respekt vor deren Leistung.

Nach Wettkampf und Medaillenvergabe – Gold ging nicht nur an Deutschland, sondern auch an die anderen Finalisten  - stand Feiern auf dem Programm. „Ich freue mich auf einen tollen Abend“, sagt Sören. „Aber eigentlich bin ich nicht so das Partytier“, schiebt er noch hinterher. Mit dem hervorragenden zweiten Platz endet nun auch die IYPT-Karriere von fast allen im deutschen Team. Nur nicht für Sören: „Vielleicht kann ich nächstes Mal nochmal mitmachen“, sagt er. Sein Wissen und seine Erfahrung könnten gerade für den nächsten Physik-Weltcup sehr wichtig werden. Denn im kommenden Jahr wird er in Singapur ausgetragen, wo die Favoriten sogar noch Heimvorteil haben werden.

Beim IYPT tragen die einzelnen Teams die zu Hause erarbeiteten Lösungsvorschläge in sogenannten Fights vor, wobei die gegnerische Mannschaft bestimmt, welches Problem vorgetragen wird. Während die Gegner in einer anschließenden wissenschaftlichen Diskussion versuchen, Schwachstellen in der Argumentation der vortragenden Mannschaft aufzudecken, beurteilt ein drittes Team sowohl Reporter als auch Opponent. Eine Jury aus Lehrern und Wissenschaftlern bewertet schließlich alle drei Teams. Damit kommt es nicht nur auf physikalisches Fachwissen an, sondern auch auf die Fähigkeit, in englischer Sprache zu kommunizieren sowie Fairness.

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