Mehrere Theaterbesuche, ein Besuch des Bundestages und eine ausführliche Aufklärung über das Dritte Reich gehörten zum Programm, das 69 Schüler der 11. Jahrgangsstufe im Rahmen einer viertägigen Studienfahrt (9. bis 12.6.2018) nach Berlin erlebten. Die Schülerinnen und Schüler gehörten den Kursen Darstellendes Spiel, Deutsch und Sozialkunde an.

Nachdem sich auf der achtstündigen Busfahrt, dem Bezug der Hostelzimmer und einer ersten Erkundung der Stadt, stürzten wir uns am Sonntag direkt ins Programm: Eine Stadtrundfahrt ermöglichte uns, einen ersten Überblick über die Hauptstadt zu erlangen. Danach widmeten wir uns der Ausstellung „Topographie des Terrors“ mit anschließender Führung am Holocaust Mahnmal und der dazugehörigen Ausstellung. Dort wurden uns die persönlichen Schicksale der von den Nazis Verfolgten und Deportierten nahe gebracht.  Wir erfuhren in Form von Tagebucheinträgen, Postkarten und Briefen Geschichten von Familien, die in Konzentrationslagern zu Tode kamen, realisierten das Ausmaß des Terrors und die Wichtigkeit der Gedenkstätte für Deutschland. Das Wetter passte sich dabei der allgemeinen Stimmung innerhalb der Stufe an: Strömender Regen fiel vom Himmel und wir waren ergriffen von den bewegenden Geschichten.

Am Abend stand uns dann unser erster Theaterbesuch in der Schaubühne Berlin bevor, einer der besten und renommiertesten Bühnen Deutschlands. Angesehen wurde das Stück „Bella Figura“ der französischen Erfolgsautorin Yasmina Reza. Dabei staunten wir vor allem über das große schauspielerische Können der Darsteller.

Am Montagvormittag besuchten wir den Bundestag, in welchem der Sozialkunde-Leistungskurs an einer Hausführung mit dem Schwerpunkt Parlamentsgeschichte teilnahm, die die Schüler hinter die Kulissen des Bundestages führte. Sie erlangten einen Einblick hinter den Plenarsaal, in Fraktionssäle einzelner Parteien und in die Räumlichkeiten, in denen Interviews mit Politikern geführt werden. Anschließend gelang der gesamte Sozialkunde-Leistungskurs durch die Katakomben ins Paul-Löbe-Haus, in dem er auf die restlichen Schüler der Stufe stieß und gemeinsam mit uns an einem Abgeordneten-Gespräch mit Detlev Pilger teilnahm. Alle gemeinsam wurden in den Plenarsaal geführt, in dem wir etwas über die Geschichte des Bundestages sowie über die Entstehung der Kuppel erfuhren. Letztere wurde dann noch besichtigt.

Im Anschluss daran folgte schließlich der zweite Theaterbesuch. Es handelte sich um das postdramatische Stück „Zeppelin“, gestaltet aus Fragmenten des Nachlasses des Schriftstellers von Ödön von Horváth. Der mehr als konsequent verfolgte postdramatische Ansatz inklusive der passenden theatralen Verfahren (u.a. Dekonstruktion und Rekonstruktion, Parallelmontagen, Simultanität von Handlung, Sprache und Spiel, Entkopplung von Darsteller und Figur, Fragmentierung) führten zu der (intendierten) Folge, dass es uns als schwierig erschien, der Handlung zu folgen oder Interpretationsansätze zu formulieren. Die Aufführung stand so für uns im direkten Kontrast zu der des Vortages, die uns deutlich besser gefallen hatte.

Am darauffolgenden - für uns letzten - Tag in Berlin hieß es für uns Kofferpacken und Zimmerübergabe. Nach einem nachfolgenden, ausgiebigen Frühstück, machten wir uns auf den Weg zum letzten Punkt unseres Programmes: das Museum für Kommunikation Berlin. Auf mehreren Etagen wurden uns dort die unterschiedlichen Kommunikationsmedien im Laufe der Zeit vorgestellt. In zwei Stunden testeten wir ein Rohrpostmodell, lasen Postkarten aus dem 19. Jahrhundert und erfuhren, wie sich der Musikgeschmack von Jahrhundert zu Jahrhundert veränderte, in dem wir einzelne Beispiele hören konnten. Erschöpft vom leichten Schlafmangel der letzten Tage ließen wir uns letztendlich in den Bus fallen, der uns zurück nach Hause brachte. Trotz dieser Erschöpfung genossen wir vier schöne Tage in der Landeshauptstadt, die uns als Stufe näher zusammenbrachten und uns gleichzeitig einiges an Wissen verschafften. Gerne hätten wir mehr Zeit in Berlin verbracht, um die Stadt noch besser kennenlernen zu können und ein bisschen mehr Freizeit genießen zu können.