Maronen statt Kanonen“, Apfelsaft von garantiert gesunden Äpfeln aus dem Schulgarten, Waffeln von den Streitschlichtern, belegte Brötchen und Kuchen von der GCL: Aus vielen kleinen Einzelaktionen setzte sich der Betrag von 2500 Euro zusammen, der im festlichen Weihnachts- und Jahresschlussgottesdienst des Johannes-Gymnasiums übergeben wurde. Der Adressat – der Mainzer Professor Gerhard Trabert – konnte den Scheck leider nicht selbst entgegennehmen, da er sich derzeit im Grenzgebiet zu Syrien aufhält. An seiner Stelle bedankte sich Traberts Sohn Jari für die große Hilfsbereitschaft.

Armut in all ihren Facetten ist das seit dem Studium das Thema, das Gerhard Trabert umtreibt. Er war in vielen Krisengebieten der Welt im Einsatz (Angola, Afghanistan, Slowenien, Sri Lanka, Haiti …) und hat dort Menschen geholfen. 1994 gründete er in Mainz eine medizinische Versorgungseinrichtung für wohnungslose Menschen, mit seinem Arztmobil ist er gerade auch im Winter unterwegs und mietet Obdachlosen kostenlose ärztliche Hilfe an. 1998 gründete er den Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“. Seit 2013 gibt es in Räumen der Stadt Mainz die „Ambulanz ohne Grenzen“, in der Menschen ohne Versicherungsschutz kostenfrei behandelt werden.

2015 war Trabert für einige Wochen an Bord der Sea-Watch 2, um Flüchtlinge im Mittelmeer zu retten. Oft arbeitet der in Deutschland wohl bekannteste Sozialmediziner am Limit: „Doch meinem Vater ist wichtig, zu helfen, da wo es nötig ist“. Und so war er auch im Dezember 2016 unterwegs mit einer Lieferung von medizinischem Gerät und Medikamenten für die Menschen im umkämpften Aleppo. Die Grenze nach Syrien durfte er dabei zunächst nicht überqueren, er will es aber dieser Tage noch einmal versuchen, einen befreundeten Arzt in Idlib (Syrien) zu treffen.

Im Johannes-Gymnasium in Lahnstein war es Pater Ernst Karbach, der zu den diversen Spendenaktionen für Professor Trabert aufgerufen hatte. Über die stolze Summe von 2500 Euro freute er sich ganz besonders und dankte den verschiedenen Gruppen für ihr Engagement. „Wir werden auch in 2017 daran weiter arbeiten“, versprach er Jari Trabert, der die Geld, Grüße und Weihnachtswünsche gerne mit nach Mainz nahm.