Aktuell: Ruanda-Rundbrief 1 /März 2017

Geschichte

Neujahrsgottesdienst 2011 in der Wallfahrtskirche der Pallotiner in Vallendar: Schulleiter Rudolf Loch hört gespannt der Predigt von Father Salvain zu, der zu Gast ist bei den Pallotinern, die eine Partnerschaft mit seiner ehemaligen Pfarrgemeinde in Matimba pflegen. Father Salvain berichtet, dass er Schulleiter einer kirchlichen Schule geworden ist. Dies ist die "Geburtsstunde" unserer Partnerschaft mit der ETP. Denn in diesem Gottesdienst hatte Herr Loch die Idee, mit dieser Schule über die Kontakte der Pallotiner eine Partnerschaft zu gründen. Diese entwickelte sich dann auch sehr schnell, indem Frau Zounar-Bauer im Schuljahr 2011/12 eine Ruanda-AG gründete, einen Solidaritätslauf zu Gunsten der Partnerschule organisierte und Patenschaften zwischen Klassen des Johannes-Gymnasiums und einzelnen Schülerinnen und Schüler der ETP initiierte. Dabei verpflichten sich die Patenklassen, das Schulgeld der Patenkinder für die drei Schuljahre zu übernehmen, da die Patenkinder sich dieses Schulgeld (450,- €/Jahr) nicht leisten können.

Mit Bescheid des Innenministers, Herrn Roger Lewentz, vom 30.04.2012 hat dann unsere Schule den offiziellen Status der Schulpartnerschaft mit der ETP Nyarurema/Ruanda erhalten und ist damit aufgenommen in die Liste der Schulpartnerschaften Rheinland-Pfalz/Ruanda. Mit diesem Status verbunden ist u.a. die Möglichkeit, die Partnerschaftsprojekte über das rheinland-pfälzische Koordinationsbüro in Kigali abzuwickeln, so dass die intentionsgerechte Verwendung der Mittel gesichert ist. Neben den Projekten zur Verbesserung der Ausstattung unserer Partnerschule stehen im Zentrum der Partnerschaft die direkte Begegnung von Schülerinnen und Schülern der Partnerschulen und das Patenschaftssystem.

 

(Gemeinschaftsfoto Begegnungsreise 2016)

Mit Hilfe unserer Spendengelder wurden bereits einige Projekte an unserer Partnerschule finanziert:

Aktuelles

Bericht über die Grundsteinlegung der "Construction Hall" durch Innenminister Roger Lewentz am 13.10.2016

Bericht von der zweiten Ruandareise in der Zeit vom 05.-15.07.2016

Am Freitag, den 06.03.2015, besuchte uns der Bischof der Diözese unserer Partnerschule, Monsignore Servilien.

Vom 24.06.2014 bis 07.07.2014 waren insgesamt 10 Schüler/innen, ein Lehrer und der Schulleiter unserer Partnerschule bei uns zu Gast. Fotos vom Empfang unserer Gäste und von einem Informatik-Projekt, in dem die Schülerinnen und Schüler einen Fußball-Roboter bauen, können Sie in unserer Fotogalerie und in der Rubrik Informatik-Projekte betrachten. Weitere Impressionen bietet die Fotostrecke zur Koblenz-Exkursion unserer Gastschüler/innen. In der Rhein-Lahn-Zeitung (09.07.2014) berichtet Theresa Lambrich wie folgt:

Zehn Schüler aus Ruanda besuchen für zwei Wochen das Johannes-Gymnasium

Lahnstein. Einige Tränen wurden beim Abschiedsgrillen des Schüleraustauschs der ETP (Ecole Technique Paroissialle) aus Nyarurema und dem Lahnsteiner Johannes-Gymnasium  vergossen. Es war der letzte Abend der zehn ruandischen Schüler in Gesellschaft ihrer Gastfamilien und das Ende zweier ereignisreicher Wochen. „Ich bin unglaublich dankbar für alles, was ich hier erleben durfte. Besonders möchte ich meiner Gastfamilie danken, die mich sofort so nett aufgenommen hat“, betonte George Rukunao. Auch für David Marx, dessen Familie George während seines Aufenthalts aufgenommen hatte, waren die letzten Tage „unvergesslich“. David und drei weitere Schüler bilden unter der Leitung der Sportlehrerin Nilda Zounar-Bauer eine Arbeitsgemeinschaft, die hauptverantwortlich für die Organisation des Austauschs ist. Dem Besuch der Ruander war 2012 eine Reise einer Delegation des Johannes-Gymnasiums nach Nyarurema vorausgegangen, hierunter auch David und seine Lehrerin. „Mein Aufenthalt in Ruanda hat mich nachhaltig beeindruckt, die Menschen dort sind unglaublich nett und aufgeschlossen. Aber man muss schon flexibel sein, es sind eben doch andere Verhältnisse als in Deutschland“, berichtete der Schüler.

Auch einige der mitgereisten ruandischen Jugendlichen stammen aus schlechteren Verhältnissen, sodass ihre Eltern sich die Internatskosten von 450 € pro Jahr nicht leisten können. Aus diesem Grund werden am Johannesgymnasium im Rahmen der nun bereits zweijährigen Partnerschaft regelmäßig Spenden zur Finanzierung einer dreijährigen Schulausbildung einiger Schüler gesammelt. Hierzu sendet Pater Fidèle de Charles Ntiyamira jedes Jahr eine Liste mit Namen hilfsbedürftiger Schüler an Rudolf Loch, den Schulleiter des Johannesgymnasiums, der sich wiederum für die Spendensammlung einsetzt. „Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Partnerschaft zum Beispiel bereits eine neue Bibliothek und Außensportanlage sowie neue Sanitäranlagen an unserer Partnerschule eingerichtet. Dies wird zum Großteil auch durch Solidaritätsmärsche und Sponsorenläufe finanziert“, erklärte der Schulleiter.

Während ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Deutschland besuchten die ostafrikanischen Jugendlichen das Johannes-Gymnasium und erlebten den deutschen Schulalltag. „Hier haben sie vor allem Pünktlichkeit und Organisation gelernt. Wenn wir eines beherrschten, seien es diese zwei Dinge, hat Pater Fidèle einmal gesagt“, erklärte Nilda Zounar-Bauer lachend. Auch an einem Computerseminar haben die Jugendlichen teilgenommen, wie George aus Randa berichtet: „Das Seminar hat mir besonders gut gefallen, ich war sehr beeindruckt von den Lego Mindstorms, so etwas kannte ich vorher nicht.“ Neben dem Schulalltag erhielten die jungen Ruander während eines „Uni-Tags“ an der Universität Koblenz auch einen Einblick in das Studentenleben und lernten bei Ausflügen nach Trier, Limburg und auf die Marksburg auch die Lahnsteiner Umgebung kennen. „Ich bedanke mich für den freundlichen Empfang und die tollen Erlebnisse, die wir aus Deutschland mitnehmen werden“, bedankte sich Pater Fidèle beim Abschiedsgrillen. Jeder der Schüler erhielt zum Andenken an den Austausch ein blaues Johannes-Gymnasium-Shirt. Auch Loch bedankte sich im Namen des Johannes-Gymnasiums bei Pater Fidèle, denn der Austausch und auch die Partnerschaft seien sowohl ein Geben als auch ein Nehmen. „Zu Beginn vor zwei Jahren noch war die Partnerschaft ein zartes Pflänzchen, heute ist es schon viel stärker und ich würde mir sehr wünschen, dass es auch weiterhin kräftig wächst“, unterstrich der Schulleiter.

Hintergrund: Die ETP ist eine Technische Secondaryschool in Trägerschaft des Bischofs von Byumba, also eine kirchliche Privatschule. Derzeit besuchen 520 Schülerinnen und Schüler diese in dem kleinen Ort Nyarurema gelegene Schule, die ihren Schwerpunkt auf Computerwissenschaften und EDV gelegt hat. Der Austausch mit der Schule fand vom 24.06.-08.07.2014 statt und wurde von Nilda Zounar Bauer und ihrer AG organisiert. Der AG gehören David Marx, Jessica Zahn, Maylin Aman und Benedikt Wolf an.