Arm? Armut? Wer ist arm im reichen Deutschland? Hartz IV? Die Tafeln? - Mit all diesen Themen haben sich die Schülerinnen und Schüler des Faches Lebenskunst auseinandergesetzt. Sie haben eine Tafel besucht und gesehen, welche und wieviele „abgelaufene“ Lebensmittel von den Discountern „gespendet“ werden und auch, wer zur Tafel kommt. Sie haben Ideen entwickelt, wie sie selbst sich einbringen können - neben dem schon fast traditionellen Brownie-Verkauf in der großen Pause.

Bei der Tafel Neuwied hatten sie erfahren, dass besonders die haltbaren Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Mehl oder Zucker dort eher Mangelware sind.

Schnell war die Idee geboren, am Tag der offenen Tür genau jene Lebensmittel gegen eine Spende in einen Einkaufswagen zu legen. Darüberhinaus gab es für die Besucher an diesem Tag gebrannte Mandeln und Walnusskerne, leckere Brownies und Plätzchen - schon lange vor zwei Uhr war alles ausverkauft und der Kassensturz ergab mehr als 300 Euro.

Am darauffolgenden Montag holte ein Wagen der Tafel die Lebensmittel ab, ein Teil der Spendengelder wurde jetzt in Gutscheine investiert, die bedürftigen Familien mit Kindern - getreu dem Lebenskünstler-Motto „Johnny 4 you(th)“ - zugute kommen. Dazu konnten die Schülerinnen und Schüler in einer ihrer Unterrichtsstunden Joachim Grämer (Wohnungslosenhilfe) und Ursula Lanzerath (Schwangerenberatung) begrüßen. Die Lahnstein Caritas-Mitarbeiter erzählten von ihrer Arbeit und recht anschaulich, wem mit den Spenden geholfen wird. „Sie kommen genau da an und helfen, wo sie benötigt werden“, versicherten sie den 10.Klässlern.