1. Unsere Fachschaft Mathematik

 v.l.: Herr Friedrich, Herr Hopf, Frau Friedrichs, Herr Paymal, Herr Benz, Herr Loch, Frau Haller, Herr Senkowski, Frau Schmitz, Herr Rosenbach, Frau Hähn, Frau Dötsch, Frau Schmitt, Herr Meyer


2. Unser Verständnis des Fachs Mathematik

Das Fach Mathematik gehört innerhalb des Fächerkanons des Gymnasiums sicherlich zu jenen Fächern, die in der öffentlichen Diskussion um die Qualitätsentwicklung in den Schulen eine zentrale Rolle spielen. Es verwundert nicht, dass die Mathematik in den nationalen und internationalen Vergleichsstudien (VERA, MARKUS, TIMMS, PISA) einen breiten Raum einnimmt und die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in diesem Fach als wichtiger Gradmesser schulischer Qualitätsarbeit insgesamt angesehen werden.

Dabei wird die bildende Kraft des Mathematikunterrichts in besonderer Weise in der Entwicklung und Förderung der Problemlösungskompetenz gesehen. So schulen die Anforderungen an Abstraktion und Exaktheit das systematische und logische Denken sowie das kritische Urteilen der Schülerinnen und Schüler. H. Meschkowski weist zu recht auf diese bildende Kraft hin, die gerade an einer kirchlichen Schule ein wichtiges Element der Erziehung ist:

„Die mancherlei Ideologien unserer Zeit leben doch von der durchaus ungesicherten Verallgemeinerung von Teilwahrheiten zu einem universalen Gesetz, und sie halten ihre aus irgendeiner Denkgewohnheit stammende Grundkonzeption für eine Denknotwendigkeit. Wer aber in der mathematischen Arbeit immer wieder auf die Einsicht stößt, dass man nicht ungesichert verallgemeinern darf und dass allzu allgemeine Begriffsbildungen zu Antinomien führen, wird gegenüber aller dogmatischen Versteifung skeptisch sein.“ (H. Meschkowski: Mathematik verständlich dargestellt. 1986, S. 382f.)

Die bildende Kraft des Mathematikunterrichts

Zum Bildungsbegriff einer kirchlichen Schule gehört ebenso ein aufgeklärtes Verständnis von Wissen und Erkenntnis. Der Mathematikunterricht hat auch die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler wissenschaftstheoretisch und erkenntnistheoretisch zu einer differenzierten Auffassung bzgl. der mathematisch-naturwissenschaftlichen Rationalität zu führen. Gerade die Ergebnisse in der mathematischen Grundlagenforschung (z.B. der Gödelsche Unvollständigkeitssatz) sind in ihrer philosophischen Konsequenz von hoher Bedeutung, da sie die grundsätzlichen Grenzen des menschlichen Denkens aufweisen. Bildung heißt im Sinne der cusanischen „docta ignorantia“ an einer kirchlichen Schule auch, zu wissen, was man nicht weiß.

In der neueren Mathematikdidaktik wird die Mathematik als Wissenschaft mit Anwendungen in vielen Bereichen unserer technisierten und ökonomisierten Welt verstanden, so dass der Mathematikunterricht durch Einbeziehung von Realitätsbezügen und Modellierungsbeispielen die berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler fördern soll.

Neben diesem Anwendungsaspekt hat die Mathematik aufgrund ihrer Ästhetik einen ganz eigenen Wert, den Schülerinnen und Schüler durch das selbständige Entdecken von mathematischen Zusammenhängen oder die Entwicklung und das Nachvollziehen eines eleganten Beweises selbst erleben können. Insofern ist die Mathematik, auch in ihrer historischen Dimension, ein universelles Kulturgut.


3. Inhalte des Fachs Mathematik