Der Geschichte-Leistungskurs (Frau Samtleben) und der Musik-Leistungskurs (Frau Kragl) der MSS 13 brachen am 12.09.2019 zu einer viertägigen Exkursion in den Osten der Bundesrepublik - oder „Heimat“, wie die beiden Lehrkräfte es nennen würden - auf. Ziele waren Dresden und Leipzig, zwei Städte, die historisch und musikalisch viel vorzuweisen haben. Schon am frühen Donnerstagnachmittag erreichte der Bus Dresden, die Landeshauptstadt des Freistaats Sachsen und somit das erstes Ziel des Ausfluges. Kurzes Beziehen der Zimmer, dann begaben sich alle in die Innenstadt.

Dort trennten sich vorerst die Wege; während der Geschichts-Kurs schon mit der historischen Stadtführung an der Frauenkirche begann, sah sich der Musik-LK (der über die vier Tage eine Grundkurslerin bei sich aufgenommen hatte) die berühmte Semperoper an. Über die Bauweise bis hin zur Herstellung des (imitierten) Marmors wurden die Schüler mitHintergrundwissen über das Opernhaus versorgt. Der Rundgang endete im großen Konzertsaal, wo am Abend die Oper „Tosca“ von Puccini aufgeführt werden sollte und die letzten Vorbereitungen getroffen wurden.

Nach dem Besuch trafen beide Kurse wieder am Vorplatz des Opernhauses zusammen und beendeten die Stadtführung durch die Altstadt. Nachdem der Abend in Dresden mit einer Stadterkundung auf „eigene Faust“ zu Ende gegangen war, reiste die Gruppe am Morgen bereits wieder ab; und erreichte nach knapp zwei Stunden schon Leipzig.

Dort sahen sich beide Leistungskurse gemeinsam das Stasi-Museum an, in dem sich übrigens auch das Leipziger Stasi-Akten-Archiv befindet. Ausgestellt wurde die gesamte Arbeit der Staatssicherheit in der DDR; sowohl Verkleidungs-und Verhörtechniken, als auch das Rekrutieren der Spitzel zur damaligen Zeit.

Als diese Besichtigung gegen Mittag beendet wurde, verabschiedete sich der Kurs von Frau Samtleben in Richtung „Historisches Forum“, der Musik-Kurs hingegen fing mit seinem eigentlichen Programm an: Der „Notenspurwanderung“. Einige Wochen vor der Exkursion bereiteten die vier Schülerinnen und Schüler Vorträge zu berühmten Komponisten und ihrem Leben in Leipzig vor. Aber bevor Aaron mit seinem Vortrag zu Johann Sebastian Bach beginnen konnte, stärkten sich alle neben dem - leider geschlossenen - „Coffee Baum“, welches ebenfalls von Bedeutung für die Musiker und Komponisten in der Stadt
ist, mit traditionellen Leipziger Lerchen. (Natürlich sind es nicht die Singvögel, sonder lediglich ein mit Marzipan-gefülltes Gebäck). Gesättigt und zufrieden führte Aaron den Kurs daraufhin zu wichtigen Stationen, die mit Johann Sebastian Bach in Verbindung stehen. Dies tat er aber so gut, dass sogar Touristen vor dem Bach-Denkmal oder dem Bach-Museum stehenblieben, um seinen Worten zu lauschen.

Die Führung fand dabei größtenteils an und in der Thomaskirche statt, wo auch Bachs Grab eingelassen ist. Kurz vor halb Sechs beendete das wandelndes Bach-Lexikon seinen Vortrag, damit der Kurs sich in die Orgelvesper begeben konnten. Denn jeden Freitag und Samstag findet in der Thomas Kirche ein Gottesdienst mit Orgelstücken, die größtenteils von Bachs Feder
stammen, statt. Erschöpft von den vergangen Tagen und den wilden Vermutungen, die über die Polizisten in der Kirche angestellt wurden, ließ der Kurs den Abend bei Sushi ausklingen. Ein Programmpunkt, der bereits lange feststand. Die Vorträge über berühmte Komponisten wurden an Tag zwei fortgeführt: Laura und Bernadette berichteten vom Leben der Schumanns, von den Auftritten im bekannten Gewandhaus und vom Schumann-Haus. Wie passend, dass Clara Schumann einen Tag zuvor ihren 200. Geburtstag feierte. Gegen 15.00 Uhr sammelt sich der Musik-Kurs dann wieder in der Thomaskirche zur
zweiten Motette. Dieses Mal sogar mit dem Thomanerchor und Musikern des Gewandhaus-Orchesters.

Nach diesem Gottesdienst erzählte Anna als letzte der LK-Schüler von Felix Mendelssohn Bartholdy, seinen Werken, seinem Vermächtnis und seinem Haus in Leipzig. Und dort endete die Notenspur auch nach zwei vollen Tagen im Garten des Hauses. Der späte Nachmittag bestand dann nur noch aus Besichtigungen und „Schlendern“ wie es einige Male schon so nett bezeichnet worden ist. Erwähnenswert ist dabei der Besuch in „Auersbach Keller“, in dem die Schüler immer wieder stolz Zitate aus Goethes „Faust“ lieferten. Der letzte Abend war schließlich von Aktivitäten breit gefächert. Während einige Schüler, auf
Drängen von Bernadette hin, in den frühen Abendstunden ein Katzen-Cafe aufsuchten, verbrachte der Rest ihre Zeit in anderen Restaurants oder bei einem Kabarett.

Sonntag war der Tag der Heimfahrt. Doch bevor sich die Gruppe auf den Heimweg konzentrieren konnte, hielt der Bus noch einmal in Weimar. Oben auf einem Berg, sieht man von der Autobahn aus schon ein Mahnmal. Es ist in Mahnmal des Konzentrationslagers Buchenwald. Die Schüler sahen sich während eines Rundgangs das weitläufige Areal an, welches zur Zeit des KZs noch viel größer war. Viele mochten dabei über einen Teil der deutschen Geschichte denken, der nicht glanzvoll war, und von einigen meist in die hinterste Ecke der Gedanken geschoben wird.

Während des Rundgangs sahen die beiden Kurse nicht nur die Methoden und Grausamkeiten der SS-Offiziere, sondern erfuhren auch von Musikinstrumenten, die von den Insassen heimlich gespielt wurden. Es mag ein komisches Gefühl gewesen sein, sich so etwas vorzustellen. Aber damit fasste es die Exkursion eigentlich zusammen: Denn Geschichte beeinflusst die Musik,
doch auch die Musik beeinflusst die Geschichte. Es sind zwei Dinge, die sehr oft miteinander in Berührung kommen und mehr miteinander zu tun haben, als manch einer sich vorstellen mag.

Laura-Franziska Staisch (LK Musik 13)