Die Peter-Altmeier-Gesellschaft, eine Vereinigung für staatspolitische Bildung, hat zum fünften Mal den Schülerwettbewerb „Politik-Staat-Gesellschaft – Eine ausgezeichnete Arbeit“ durchgeführt. Die Arbeiten der Besten und die Auszeichnung der Gewinner des jüngsten Wettbewerbes fanden am Montagabend (18.2.2019) unter musikalischer Untermalung der Pianisten Oliver Liu und Maria Armitli im Orchesterraum des Landesmusikgymnasiums in Montabaur eine ausgedehnte und gebührende Würdigung. Unter den Preisträgerinnen waren auch zwei Schülerinnen des Johannes-Gymnasiums. Katharina Ringel (MSS 13) erhielt  für ihre ausgezeichnete Arbeit im Leistungskurs Erdkunde einen Sonderpreis  Ebenfalls einen Preis bekam Lisbeth Scholz (ebenfalls MSS 13) für ihre Arbeit im Leistungskurs Geschichte.

Bei der Preisverleihung wurden insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler für ihre Arbeiten, die die unterschiedlichsten Themenbereiche umspannten, ausgezeichnet. Sechs von ihnen erhielten Sonderpreise des Bildungsministeriums des Landes, der Stadt Koblenz, der G. und I. Leifheit-Stiftung Nassau, der Initiative Region Koblenz-Mittelrhein und der Peter-Altmeier-Gesellschaft. Acht Arbeiten (neun Teilnehmer) wurden mit Urkunden der Leifheit-Stiftung beziehungsweise der Peter-Altmeier-Gesellschaft belohnt. Für den Wettbewerb hatten Schülerinnen und Schüler von Schulen mit Oberstufen Facharbeiten oder Besondere Lernleistungen, die sie in den gemeinschaftskundlichen Fächern angefertigt hatten, eingereicht. „Die Arbeiten, die heute hier vorgestellt werden, beweisen das hohe Niveau, auf dem sich junge Menschen mit der politischen Ordnung in Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen. Unser Wettbewerb, mit dem wir junge Leute für das politische Geschehen sensibilisieren wollen, soll deutlich machen, dass Staatsführung mehr als vermarktete Statement-Politik ist“, betonte der Präsident der Stiftung, Andreas Biebricher, bei der Begrüßung der Gäste.

Hubert Luszczynski, Vizepräsident der Gesellschaft und Leiter des Wettbewerbs, man könnte auch sagen, der „Motor“ der Veranstaltung, führte durch den Abend, der, was die Arbeiten anbelangte, höchst Bemerkenswertes mit einer enormen Bandbreite der Themen zu bieten hatte. Die sechs Sonderpreisträger stellten ihre Arbeiten in einem Kurzvortrag in souveräner Manier, die die Hochachtung der Jury neben der Nominierung als Preisträger hinaus verdient hatte, den Gästen vor. „Den Einfluss der Flüchtlingsdebatte auf die Bundestagswahl 2017 unter besonderer Berücksichtigung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz“ untersuchte Emily Sophie Baldus von der privaten Schönstätter Marienschule.

Julia Grünthaler vom Mons-Tabor-Gymnasium in Montabaur hinterfragte „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft – Pfadfindertum im Nationalsozialismus am Beispiel der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg Montabaur“, und „Die potentiellen ökonomischen Folgen der Digitalisierung am Beispiel des autonomen beziehungsweise automatisierten Fahrens“ untersuchte Helen Puschmann vom Herzog-Johann-Gymnasium Simmern. Was hinter dem „Pflanzenwachstum in Abhängigkeit von Nähr- und Mineralstoffen“ steckt, das wollte Katharina Ringel vom privaten Johannes-Gymnasium Lahnstein wissen. Lena Seifert vom St.-Franziskus-Gymnasium Nonnenwerth beschäftigte sich intensiv mit „Fake-News, und Sabrina Webler (Goethe-Gymnasium Bad Ems) stellte sich die Frage, „Ist ein Leben ohne Plastikmüll möglich?“

Wie schon gesagt: Konträrer hätten die Themen nicht sein können, über die die Jury zu entscheiden hatte. Neben den Sonderpreisträgern wurden an diesem Abend noch acht weitere Arbeiten durch die Leifheit-Stiftung beziehungsweise durch die Peter-Altmeier-Gesellschaft belobigt (siehe Kasten). Der Aufruf der Peter-Altmeier-Gesellschaft, das Interesse junger Menschen auf Politik, Staat und Gesellschaft zu lenken, ist ohne Zweifel einmal mehr auf fruchtbaren Boden gefallen.

(Quelle: Westerwälder Zeitung vom 19.02.2019)


Peter-Altmeier-Stiftung: Johnny-Schüler für hervorragende Facharbeiten ausgezeichnet

„Von einem Lehrer wird…erwartet, daß er an seinem Zuhörer erstlich den verständigen, dann den vernünftigen Mann, und dann endlich den Gelehrten bilde. Ein solches Verfahren hat den Vorteil, daß wenn der Lehrling gleich niemals zu der letzten Stufe gelangen sollte, wie es gemeiniglich geschieht, er dennoch durch die Unterweisung gewonnen hat, und, wo nicht für die Schule, doch für das Leben geübter und klüger geworden. Wenn man diese Methode umkehrt, so erschnappet der Schüler eine Art von Vernunft, ehe noch der Verstand an ihm ausgebildet wurde, und trägt erborgte Wissenschaft, die an ihm gleichsam nur geklebt und nicht gewachsen ist, wobei seine Gemütsfähigkeit noch so unfruchtbar wie jemals, aber zugleich durch den Wahn von Weisheit viel verderbter geworden ist. Dieses ist die Ursache, weswegen man nicht selten Gelehrte (eigentlich Studierte) antrifft, die wenig Verstand zeigen, und warum die Akademien mehr abgeschmackte Köpfe in die Welt schicken als irgendein anderer Stand des gemeinen Wesens.“ (…) Kurz, er soll nicht Gedanken sondern denken lernen; man soll ihn nicht tragen sondern leiten, wenn man will, daß er in Zukunft von sich selbst zu gehen geschickt ist.“

Mit den Worten von Immanuel Kant aus einer Vorlesung in Winterhalbjahr 1765-1766 leitete Hubert Luszczynski
Vizepräsident der Peter-Altmeier-Gesellschaft, eine Feierstunde ein, in der er Preisträger des Wettbewerbs „Politik-Staat-Gesellschaft - Eine ausgezeichnete Arbeit“ ehren durfte. Am 19. Februar 2018 wurden im  Peter-Altmeier-Gymnasium (Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz) Facharbeiten und Besondere Lernleistungen in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufsbildenden Schulen in der Region Koblenz-Mittelrhein ausgezeichnet.

Unter den Preisträgern waren auch zwei Schüler des Johannes-Gymnasiums:

  • Jan Hartmann mit seiner Facharbeit "Herabsetzung des Wahlalters bei Bundestagswahlen auf 16 Jahre ?" (betreuender Fachlehrer Dr. Martin Hübner)
  • Leo Schwaderlapp mit seiner Facharbeit "Glaube an Rettung? – Rettung durch Glaub? Glaube und Religion in der Endphase des zweiten Weltkriegs" (betreuender Fachlehrer Edgar Benz)

Die beiden Schüler erhielten in Anerkennung ihrer hervorragenden Arbeiten jeweils einen Geldpreis von 100 Euro.