Ein Buch und jemand, der aus dem Buch vorliest - mehr braucht es nicht für eine interessante und abwechslungsreiche Schulstunde, bei der die jungen ZuhörerInnen aufmerksam bei der Sache sind und jede Menge lernen können. Nicht zu toppen ist die Stunde dann, wenn die Vorleserin eine Schauspielerin ist, das Buch mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde und es neben einer spannenden Geschichte auch um so wichtige Fragen wie Familie und Freundschaft geht.

So eine - nachhaltig wirkende - Schulstunde hat jetzt die Klasse 7a erlebt. Deutsch- und Religionslehrerin Claudia Jung war es gelungen, eine mobile Klassenzimmerlesung zu organisieren und mit Katharina Bach vom Schauspiel Frankfurt eine exzellente „Vorleserin“ begrüßen zu können. Die las nicht nur vor, sondern bezog die Siebtklässler in das Geschehen ei

Ein wenige Tage altes Baby wird auf Meer ausgesetzt und vor „Eine(r) Insel zwischen Himmel und Meer“ vor der Küste von Massachussets angespült. Crow (die Krähe) nennt der Maler Osh das kleine Mädchen, das er wie ein eigenes Kind aufzieht. Keine Spur von der Mutter, keine Hinweise auf ihren Namen - es gibt nur Feder, einen Ring und einen fast nicht lesbaren Brief. Crow ist ein mutiges Mädchen, das aber schon früh bemerkt, dass die Inselbewohner sie wie eine Aussätzige behandeln: „Ich musste wissen, warum so viele Menschen auf der Insel sich von mir fern hielten, so als hätten sie Angst vor mir, obwohl ich viel kleiner war als sie alle. Ich fragte mich, ob es etwas damit zu tun haben könnte, wo ich herkam, doch das ergab keinen Sinn“. Als Crow schließlich zwölf Jahre alt ist, macht sie sich auf die Suche nach ihrer Herkunft und landet dabei auch auf der eigentlich menschenleeren und gefürchteten Nachbarinsel Pekinese, auf der einst Lepra-Kranke ausgesetzt wurden.

Zwischen den Leseteilen fragt Katharina Bach nach, beantwortet Fragen, lässt die SchülerInnen selbst die Geschichte weiterspinnen, erzählt etwas zur Situation der Lepra-Kranken. Richtige Detektivarbeit kommt auf die Zuhörer zu, als es um den rätselhaften Brief geht, auf dem nur noch einzelne Worte zu entziffern sind: „Wenn ich könnte …. fürs erste …. hoffe, Du …. aus dem Meer … besser geht …. Lämpchen …. kleine Feder …. hinterlassen …  Tages nützen ..“ Da sind die Mädchen und Jungen mit Feuereifer bei der Sache, lassen ihre Phantasie spielen und kommen der Lösung immer näher.

„Eine Insel zwischen Himmel und Meer“ der amerikanischen Autorin Lauren Wolk ist ein wunderbarer Roman, der von der ersten Seite an gefangen nimmt. Gerne folgt man der Ich-Erzählerin Crow, die lebendig und authentisch von ihrem Leben erzählt, in dem es um Familie und Herkunft aber auch Neid, Einsamkeit und Isolation geht. Es kann auch in der Bibliothek ausgeliehen werden.


Einige weitere Eindrücke aus dem Deutschunterricht am Johannes-Gymnasium:

Mit Andreas Schüler am Amazonas 2019

Kinderbuchautor las vor Schüler/innen der Klassen 5, 6 und 7




Die Todesfuge 2016
Ein Werk mit monumentaler Bedeutung. Pradoxe Chiffren als Gegenstand der Ausdrucksweise



Das Emblem filmisch umgesetzt 2016
Der Deutsch Leistungskurs beschäftigte sich mit der Vergänglichkeit im Barock





Studiobühne Siegburg 2015
Der Deutsch-Leistungskurs zur Aufführung von "Antigome" bei der Studiobühne in Siegburg