Nach etwa zwei Stunden regem, kritischem, aber offenem Austausch zeigte sich der griechische EU-Kommissar Christos Stylianides beeindruckt. Das Auditorium an Schülern, vor dem er sprach, forderte ihn heraus und bereitete ihm Spaß. Besonders die englischen Sprachkenntnisse, aber auch die inhaltskritischen Fragen zu Themen der Gegenwart seines Ressorts sowie zum Fortbestand der Europäischen Union in Zeiten des Brexits machten ihn voll des Lobes für die Schülerinnen und Schüler.

Stylianides erinnerte sich dabei gerne an seine Schulzeit zurück und berichtete davon, wie er den europäischen Gedanken schätzen lernte, den er mit Feuereifer auch am Johannes-Gymnasium vertrat. Als EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz hatte er in seiner Funktion schon zahlreiche Berührungspunkte mit Krisensituationen, wie jenen, die sich derzeit in Mosambik nach dem Zyklon Idai ereignen, die er in seiner Stärke als direkte Auswirkung des Klimawandels einordnete und dazu anmerkte: "In times of climate change, we as the European Union must prove our ability to act and find answers to the challenges of the future". Der "Regenschirm der EU" sei nicht nur dann wichtig, wenn sich Krisen ereigneten, sondern müsse auch Schutz vor anstehenden Bedrohungen bieten.

Und dennoch zeigten die Fragen der Schülerinnen und Schüler auch andere Schwerpunkte auf. So ging es beispielsweise auch um die Frage, ob der Brexit ggf. ein Beispiel für andere EU-Staaten sein könne und deshalb die Gefahr bestehe, dass noch mehr Staaten die Europäische Union verlassen. Für ihn als Vollblut-Europäer dürfte sich eine solche Frage nur mit einigem Unbehangen stellen, woran sich eine weitere Frage aus dem Publikum anschloss, die sich mit einer - aus Sicht der Schülerin -  fehlenden europäischen Identität befasste. Fragen, auf die Kommissar Stylianides klare sachliche, aber auch immer wieder persönliche Antworten fand, die auch den rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz zu Szenenapplaus veranlassten. 

Lewentz selbst lies das Mikrofon gerne in den Händen seines Politikerkollegen, der sich sichtlich wohl am Johannes-Gymnasium fühlte. Lewentz merkte am Ende an, dass er die Diskussion mit Freude verfolgt habe und es ihm daher nicht schwer gefallen sei, das Wort bei seinem Kollegen zu lassen, der sich abschließend im Beisein von Lahnsteins Oberbürgermeister Peter Labonte sowie Landrat Frank Puchtler in das Goldene Buch der Stadt Lahnstein eintrug, bevor er sich bewusst nochmal unter die Schülerschaft mischte und in das direkte Gespräch mit ihnen ging.


Einige Bilder des Tages:

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