Die Corona-Krise führt weltweit zu großen Belastungen in den sozialen Strukturen der betroffenen Länder, insbesondere in den Ländern der Dritten Welt. Dies gilt insbesondere für  Ruanda, dem Partnerland von Rheinland-Pfalz, indem die Beschränkungen im öffentlichen Leben besonders rigide sind. So hat der Staatspräsident verfügt, dass alle Schulen seit 1. April bis zum 1. September geschlossen sind.

Dies hat fatale Folgen für die an den Schulen angestellten Lehrkräfte und Mitarbeiter, da die Schulen vorwiegend über das Schulgeld der Schülerinnen und Schüler finanziert werden. Diese Einnahmen fallen aber seit über einem Monat aus. So erreichte den Schulleiter des Johannes-Gymnasiums in Lahnstein, Rudolf Loch, vor 14 Tagen ein Hilferuf von seinem ruandischen Schulleiterkollegen der Partnerschule Ecole Paroiselle Technique in Nyarurema. An dieser Schule sind insgesamt 40 Lehrkräfte und Mitarbeiter angestellt, denen ab Ende Mai droht, keinen Lohn mehr zu erhalten. Lehrkräfte verdienen an dieser Schule 100 € im Monat, das reicht gerade so, um eine Familie zu ernähren. „Da wir seit vielen Jahren ein Patenschaftssystem haben, indem Mitglieder unserer Schulgemeinschaft Patenschaften für ruandische Schülerinnen und Schüler übernehmen, die sich das Schulgeld nicht leisten können, hatte ich die Idee, ob unsere Kollegen/innen und Mitarbeiter nicht auch eine Übergangspatenschaft für die ruandischen Lehrkräfte und Mitarbeiter übernehmen können.“

Viele Johnny-Lehrkräfte und Mitarbeiter waren sofort bereit, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Zusammen mit Erträgen, die die Schule aus der Aktion Tagwerk des letzten Jahres für die Partnerschule in Ruanda generiert hat, konnte Schulleiter Loch bereits nach 14 Tagen seinem Schulleiterkollegen die freudige Mitteilung machen, dass die Löhne und Gehälter in der Gesamthöhe von rund 12.000,- € für die ruandischen Mitarbeiter gesichert sind. Dementsprechend groß war die Freude auf der Seite der Partnerschule, die ihren Dank in einer Fotoaktion zum Ausdruck brachten.

In Corona-Zeiten sind solche Aktionen der internationalen Solidarität über die Grenzen hinweg positive Lichtzeichen in der aktuell so schwierigen Lage der Weltgemeinschaft.

Ein Dankesschreiben und einige Fotos der Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen unserer ruandischen Partnerschule drückt die Freude über die solidarische Hilfe aus.




Einweihung der "construction hall" - Innenminister besuchte unsere Partnerschule

Große Freude herrschte an der Ecole Technique Paroissiale de Nyarurema (ETP), der Partnerschule des Johannes-Gymnasiums in Lahnstein, im Nordosten Ruandas. Nachdem im vergangenen Jahr eine Reihe von kleineren Projekten an der Partnerschule umgesetzt wurden (Aufbau eines W-Lans, Erwerb von zwei Kühen, Bau einer Photovoltaikanlage), konnten Schulleiter Rudolf Loch und Innenminister Roger Lewentz im Rahmen der Delegationsreise des Ministers die neu geschaffene „construction hall“, eine Ausbildungshalle für Bauhandwerk, an die Schule offiziell übergeben. 50.000,- € kostete der Neubau, den Löwenanteil übernahm das Land Rheinland-Pfalz, 12.000,- € sammelte das Johannes-Gymnasium für dieses Projekt. „Gerade hier, im Nordosten Ruandas, in der die Armut besonders groß ist, ist es wichtig, in Schulen und berufliche Bildung zu investieren. Ich freue mich sehr über das vorbildliche und nachhaltige Engagement des Johannes-Gymnasium in dieser Schulpartnerschaft“ – so Roger Lewentz.

Die Delegationsteilnehmer, darunter u.a. auch Vertreter der Fraktionen im Landtag, waren begeistert von dem Ausbildungsstand der ruandischen Schülerinnen und Schüler, insbesondere im Bereich des technischen Zeichnens.

Die Ausstattung der Ausbildungshalle mit Werkzeugen wurde noch durch eine Spende des in Boppard angesiedelten Maschinenbauers BOMAG über 1000,- € unterstützt.

Über die konkreten Projekte hinaus fördert das Johannes-Gymnasium mit über 30 Patenschaften die Partnerschule, so dass auch viele arme Familien ihre Kinder auf die ETP schicken können. Schulleiter Rudolf Loch hatte zur Freude der Patenkinder eine große Tasche mit Geschenken für sie in seinem Gepäck. „Die Partnerschaft mit der ETP ist mir eine Herzensangelegenheit. Zusammen mit meinem Schulleiterkollegen, Father Mugisha, haben wir bereits die nächsten Projekte besprochen, die wir in den kommenden Jahren realisieren wollen.“ – so Rudolf Loch. Im kommenden Jahr ist geplant, dass eine Schülergruppe eine Woche an der Partnerschule zusammen mit ruandischen Schülerinnen und Schülern aus dem Ausbildungszweig Bauhandwerk eine Aquaponik-Anlage (Verbindung von Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur) bauen sollen. Im Schulgarten des Johannes-Gymnasiums wurde in den vergangenen Monaten solch eine Anlage aufgebaut.


Folgende Projekte sind geplant für 2018-2020:

1. Aufbau der Aquaponikanlage (2018)

2. Bau einer Ausbildungshalle für KFZ-Mechatronik (2019)

3. Weiterer Aufbau des Schulgartens zur Selbstversorgung (2018-2020)






- Bau einer Photovoltaikanlage

Zur Freude von Schulleiter Mugisha konnten kurz vor dem Besuch der Delegation von Innenminister Roger Lewentz, der zusammen mit dem Schulleiter des Johannes-Gymnasium, Herrn Rudolf Loch, am 13.10.2017 die ruandische Partnerschule des Johnny besuchen wird, die ersten Solarpanels der neuen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Construction Hall errichtet werden. Nun wird der Strombedarf der Schule demnächst zu einem nicht geringen Anteil von Solarstrom gedeckt.

Eine durchgehende Stromversorgung der Schule ist insbesondere für das nächste Großprojekt der Schule, die Aquaponikanlage, von großer Bedeutung. Daher freuen sich auch Herr Ackermann und Herr Dr. Hübner über diese Maßnahme, haben sie doch im nächsten Jahr vor, zusammen mit einer Schülergruppe diese Anlage an der ETP in Nyarurema zu errichten.


(Solarlampen wurden installiert)



(Batteriespeicher)