Um 04:00 Uhr grollt ein lauter Donnerschlag durch das Dunkel der Nacht. Viele von uns sind davon wach geworden und erleben aus ihren Zimmer, wie sich draußen ein waschechtes Alpengewitter entlädt. Blitze zucken und zeitweise fällt kübelweise Regen; diese erste Nacht in Berchtesgaden ist früher vorbei als von den meisten Weckern vorgesehen. Die Voraussetzungen für unseren Hike durch den Nationalpark sind noch während des Frühstücks eher suboptimal. Die meisten Exkursionsteilnehmer laufen wohl auch deshalb in langen Outdoorhosen am Treffpunkt auf. Wimmbachklamm und Wimmbachtal heißt unser Tagesziel, zu dem uns Nationalparkranger Sepp begleiten wird. Der macht sich um das Wetter gerade mal so gar keine Gedanken: "s'Wetter is wias is und dann mach ma was draus". Eigentlich die gesündeste aller Einstellungen... .

Wir haben - so sagt zumindest meine Garmin-Uhr - gerade mal 49 Höhenmeter hinter uns, sind kaum richtig in die Tour gestartet, da fragt Eva aus dem Hintergrund, ob wir denn noch lange bergauf laufen würden...; läppische 300 weitere Höhenmeter sollen insgesamt noch folgen. Aber die sind derart genussvoll, dass wir durch die Klamm und das malerische Tal, jede Menge an Bildern schießen, während Sepp allerlei über den Nationalpark, die Geologie der Alpen und die Borkenkäferfallen entlang des  Weges berichtet. Letzteres hätte es großformatig auch für die angriffslustigen Bremsen gebraucht, die über uns Frischfleisch abseits der normalen Pfade geradezu herfallen. Kein Wunder, denn bei schwülen 24 Grad lassen sich zwar mystische Bilder in der Klamm machen, aber eben auch Bremsenviehcher ihrer Angriffslust nicht berauben. So liegt bei Anna ein massives Donnerwetter in der Luft, wenn Sepp in aller Ruhe sein Wissen referiert und Annas Kessel innerlich vor lauter Bremsenparas brodelt.

Um die Gemüter etwas zu beruhigen, kehren wir im Wimmbachschloss ein, das eigentlich kein Schloss aber eine Berghütte in fürstlicher Lage ist. Als dann an den Gipfel aus den weißen Wölkchen immer mehr tief grau-blaue werden, wissen wir, es ist Zeit zu gehn. Es tröpfelt leicht, wir kommen aber tatsächlich trocken unten an. Wo bleibt da bitte die Zuverlässigkeit der Wetterapps, die uns ein Donnerwetter vom Himmel prophezeiten? Hoffentlich behalten die Dinger auch morgen nicht recht, wo der längere unserer beiden Nationalpark-Hikes ansteht. Sepp wird sicher guter Dinge sein, egal wie das Wetter ist... .

Den Abend lassen wir beim Standkonzert der Königsseer Musikanten beim Gasthaus ums Eck ausklingen, bevor die ersten Wetterleuchten das ankündigen, was wir alle für morgen nicht gebrauchen können: Zum Donnerwetter noch'amoil!

- Frederick Fisher -

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