Bildung und Erziehung bilden die beiden Grundpfeiler des schulischen und kirchlichen Auftrags einer katholischen Schule. Das Johannes-Gymnasium setzt diesen Bildungs- und Erziehungsauftrag (vgl. das Profil der Schule) durch eine ganze Reihe von fachdidaktischen (Qualitätsprogramm) und pädagogischen (z.B. Sozialpraktikum, GTS in Angebotsform,..) Maßnahmen um.

Qualitätsprogramm Unterricht

Qualitätssicherung, Kompetenzorientierung, Pisa, Vera, externe Evaluation, Bildungsstandards, schulinterne Arbeitspläne, Vergleichs- und Parallelarbeiten … - die Liste der Schlagwörter in der bildungspolitischen Diskussion um Schule und Unterricht ließe sich wohl ohne Probleme erweitern.

Auch wenn gerade im Umfeld der katholischen Schulen die aktuelle Entwicklung in der Bildungspolitik sehr kritisch beurteilt wird und unter dem Verdacht steht, Bildung reduktionistisch und ökonomistisch zu fassen: Allen aktuell diskutierten und realisierten Maßnahmen und Ansätzen liegt die Überzeugung zugrunde, dass eine gute Schule sich vor allem um ihr Kerngeschäft, den Unterricht, kümmern muss.

Guter Unterricht ist somit die notwendige Bedingung für eine gute Schule und steht damit im Focus der Schulentwicklung.

Darüber, was guter Unterricht ist, lässt sich allerdings vortrefflich streiten. Nicht nur Pädagogen, sondern auch Laien glauben zu wissen, was guten Unterricht ausmacht. Subjektive Erfahrungen, individuelle Alltagstheorien oder einfach nur „der gesunde Menschenverstand“ bilden häufig die Grundlage für unser Verständnis von Unterrichtsqualität. Dabei hat sich die allgemeine Didaktik in den letzten Jahrzehnten sehr intensiv mit Merkmalen von gutem Unterricht befasst (vgl. z.B. den „Dekalog“ von Hilbert Meyer in: ders.: Was ist guter Unterricht? Berlin 2004).

Unbestritten ist, dass die Fachschaften eine zentrale Rolle in der Unterrichtsentwicklung einnehmen. Wenn sich die Unterrichtsqualität an einer Schule verbessern soll, dann geht dies nur über die Festlegung verbindlicher Standards in den schulinternen Arbeitsplänen („Fachprogrammen“) der Fachschaften und die gemeinsame fachdidaktische Reflexion.

In den vergangenen drei Schuljahren haben die Fachschaften am Johannes-Gymnasium ihre Arbeitspläne fortgeschrieben. Aus einer Vielzahl von Aufgabenfeldern (Grundwissen sichern, Leistungsmessung, fächerübergreifendes Arbeiten, Methoden, Projekte, Lesekompetenz, Neue Medien, Kerncurriculum, …) wurden Schwerpunkte ausgewählt, für die verbindliche Vereinbarungen getroffen wurden.

Diese Fachprogramme stehen Eltern, Schülerinnen und Schüler, Schulträger und Schulaufsicht online auf den entsprechenden Fachschaftsseiten zur Verfügung und geben einen Überblick über die Entwicklung und Sicherung der Unterrichtsqualität am Johannes-Gymnasium.

Parallel hierzu hat eine „Methoden-AG“ ein Methodencurriculum für die Sekundarstufe I entwickeln, das ein aufbauendes Lernen im Bereich der Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schülern ermöglichen soll. .

Diese wichtige Aufgabenstellung für die Fachschaften wird von der Schulleitung aktiv unterstützt und begleitet. Hierzu wurden die Fachaufsichten innerhalb der erweiterten Schulleitung fachaffin aufgeteilt, so dass bei jeder Fachkonferenzsitzung ein Mitglied der erweiterten Schulleitung anwesend ist und als dauerhafter Ansprechpartner für die jeweilige Fachschaft fungiert.

In diesem Prozess der Unterrichtsentwicklung über die Fachschaften übernehmen die Fachkonferenzleitern/innen in besonderer Weise Verantwortung. In jedem Halbjahr treffen sich die Fachkonferenzleiter/innen, um gegenseitige Abstimmungen zu treffen und den Stand der Arbeit an den Fachprogrammen zu kommunizieren.

Die Kooperation der Kolleginnen und Kollegen, der gegenseitige Austausch und der Konsens über bestimmte Mindeststandards bilden die entscheidende Grundlage für die Sicherung und Verbesserung der Unterrichtsqualität.

Schuleigene Arbeitspläne
Eine zentrale Rolle in der Qualitätsentwicklung der Schulen in Rheinland-Pfalz haben die sogenannten schuleigenen Arbeitspläne. Nach dem Eckpunktepapier des Bildungsministeriums haben die Fachkonferenzen den Auftrag, auf der Grundlage der Bildungsstandards – unter Zuhilfenahme der Erwartungshorizonte und der Lehrpläne – schuleigene Arbeitspläne zu erstellen.

„Die Funktion der in den Fachkonferenzen zu entwickelnden Arbeitspläne ist es, den je spezifischen Weg einer Schule zu beschreiben, der Schülerinnen und Schüler die notwendige Unterstützung bietet, die Regelstandards im jeweiligen Fach zu erreichen. Der Arbeitsplan muss also Raum für die Organisation individueller Förderkonzepte eröffnen. Bei der Entwicklung, Veränderung und Fortschreibung der Arbeitspläne sollen Rückmeldungen, die jede Schule aus internen und externen Evaluationen erhält, konsequent einbezogen werden.“ (Eckpunktepapier zur Erstellung schuleigener Arbeitspläne, MfBFJ (24.02.2004))

Schulinterne Arbeitspläne beinhalten

  1. Vereinbarungen über Leistungsüberprüfungen und Parallelarbeiten und klassenstufenbezogenen Beurteilungsmaßstäben;
  2. Vereinbarungen über den inhaltlichen Weg zum Erreichen der Bildungsstandards (Kerncurriculum, Essentials)
  3. Vereinbarungen zur gezielten Förderung für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler und für solche mit besonderen Begabungen
  4. Vereinbarungen über den methodischen Weg zum Erreichen der Bildungsstandards
  5. Vereinbarungen über fächerübergreifende Abstimmungen.

In den vergangenen drei Schuljahren haben die Fachschaften am Johannes-Gymnasium ihre Arbeitspläne fortgeschrieben. Aus einer Vielzahl von Aufgabenfeldern (Grundwissen sichern, Leistungsmessung, fächerübergreifendes Arbeiten, Methoden, Projekte, Lesekompetenz, Neue Medien, Kerncurriculum, …) wählen die Fachschaften Schwerpunkte aus, für die sie verbindliche Vereinbarungen treffen.

Diese Fachprogramme stehen Eltern, Schülerinnen und Schüler, Schulträger und Schulaufsicht nun online (s.u.) zur Verfügung und geben einen Überblick über die Entwicklung und Sicherung der Unterrichtsqualität am Johannes-Gymnasium.

Zu den oben genannten Arbeitsfeldern tritt an einer katholischen Schule auch die Arbeit an  einem Profilcurriculum, d.h. die Fragestellung, inwiefern die einzelnen Fächer durch Auswahl von bestimmten Fachinhalten zur Stärkung des katholischen Profils der Schule beitragen können, so dass auch im Fachunterricht die Zusammenschau und der innere Zusammenhang der Fachinhalte im Horizont des christlichen Glaubens möglich wird.

 

Kollegiale Hospitation

 Die Öffnung von Unterricht und die innerkollegiale Kommunikation über den Unterricht bildet neben der Erstellung von Arbeitsplänen und der Entwicklung einer Feedbackkultur einen weiteren wichtigen Pfeiler der Unterrichtsentwicklung. Daher sind im Schuljahr 2013/14 alle Kollegen/innen verpflichtet, mit einer/m weiteren Kollegen/in eine gegenseitige Hospitation des Fachunterrichts durchzuführen, um auch seitens des Kollegiums eine Rückmeldung zur Wahrnehmung des eigenen Unterrichts zu erhalten.

(Rudolf Loch, Januar 2014)