Seit dem Schuljahr 2016/17 werden für die 9. und die10. Klassenstufe des neusprachlichen Zweiges verpflichtende Wahlfächer angeboten. Neben der 3. Fremdsprache (Französisch oder Latein) sind dies die neuen Fächer Naturwissenschaftliches Arbeiten und LebensKunst.

Mit der Einführung dieser Wahlfächer werden die Kernprofile des Johannes-Gymnasiums stärker akzentuiert. Neben dem sprachlichen und dem naturwissenschaftlichem Bereich (MINT-Schule) deckt das am Johannes-Gymnasium neu ins Leben gerufene Fach LebensKunst ein weiteres elementares Profil des Johannes-Gymnasiums als katholisches Gymnasium ab, nämlich den Aspekt der Erziehung der Jugendlichen zu selbst-, verantwortungsbewussten undsozial verantwortlichen Persönlichkeiten vor dem Hintergrund des christlichen Menschenbildes und unter Einbeziehung einer künstlerisch-kreativen Auseinandersetzung mit den Themen des Fachs.

Dabei geht das Wahlfach LebensKunst auch in der Unterrichtsform neue Wege. Jeweils zwei Kolleginnen oder Kollegen  teilen die drei Wochenstunden des Fachs unter sich auf und unterrichten das Fach im Team. Der fachliche Hintergrund dieser Kolleginnen und Kollegen sind einerseits die Fächer Religion und Gesellschaftswissenschaften, andererseits aber auch die künstlerischen Fächer wie Musik, Bildende Kunst oder Darstellendes Spiel, aber auch zum Teil das Fach Sport. Wenn ein Kollege oder eine Kollegin beide Bereiche abdecken kann, kann das Fach natürlich auch von nur einer Lehrkraftunterrichtet werden.

Um eine Vergleichbarkeit mit der 3. Fremdsprache zu gewährleisten, gibt es auch in den neuen Wahlfächern Noten. Bewertet werden neben dem Engagement (z.B. in Epochalnoten) auch andere Leistungsnachweise (Hausaufgabenüberprüfungen, Referate, künstlerische Projekte, Portfolios, Vorträge, Präsentationen, u.a.).

Grundlage für die inhaltliche Ausrichtung des Profilfaches „LebensKunst" ist die Lebenswirklichkeit von Schülerinnen und Schülern im Alter von14 bis 16 Jahren, die in der Regel die Klassen 9 und 10 besuchen. Dieseist bestimmt von den körperlichen und seelischen Umbrüchen, die sich in dieser Lebensphase ereignen. Sie sind auf der Suche nach sich, nach Freunden, nach dem Sinn ihres Lebens, nehmen ihre Körperlichkeit in all ihren Facetten neu wahr, und suchen letztendlich auch nach ihrer Einordnung in große Zusammenhänge –sozial, gesellschaftlich, global. 

Diese Voraussetzungen seitens der Schülerinnen und Schüler spiegeln sich im Arbeitsplan des Faches LebensKunst, der auf der Homepage der Schule eingesehen werden kann, wieder. Jedes Halbjahr ist dabei einem großen Themenkreis gewidmet, der wiederum in mehrere Module aufgeteilt ist. Inhaltlich geht es dabei vom Ich zum Wir, von der sozialen zur globalen Gerechtigkeit.

Klasse 9

In Klasse neun stehen die Themenkreise „Ich und mein Körper" (9/1) und „Ich und meine Gruppe" (9/2) auf dem Plan. Dieentsprechenden Module befassen sich auf verschiedene Art und Weise mit den Bereichen der Selbst-und Fremdwahrnehmung. Im 9/1 steht die Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit für den eigenen Körper im Vordergrund, es geht um den Umgang mit Gefühlen, Spiritualität und die Sinnfrage (Beziehungen zu Familie, Freunden, Religion etc.). Im zweiten Halbjahr geht es um Kommunikation in verschiedenen Kontexten –auch unter Einbeziehung der neuen Medien –sowie um Konfliktbewältigung.

Klasse 10

In Klasse 10 steht das erste Halbjahr unter dem Oberthema „Ich und die anderen in unserer Gesellschaft", das dann in verschiedenen Modulen die Aspekte „Armut und Reichtum in unserer Gesellschaft", „soziale Randgruppen" und „Generationen-gerechtigkeit" beinhaltet. Damit bereitet das Wahlfach LebensKunst auch das Sozialpraktikum im Rahmen von „Compassion" am Ende des ersten Halbjahres vor. Das Leitthema des zweiten Halbjahres lautet „Ich und die anderen in der Welt". Hier geht es um Themen wie „Flüchtlinge, Fluchtursachen und Asyl" und „Soziale und ökologische Gerechtigkeit in der Einen Welt". Zu betonen ist dabei noch einmal der Ansatz, dass die Themen sowohl aus einer inhaltlichen Perspektive als auch in einer künstlerisch-kreativen bzw. auch sportlichen Auseinandersetzung erfahrbar gemacht werden sollen (s. Arbeitsplan).


M. Rothenberg-Kieffer, U. Wittenbruch-Overings, N. Kalt, im Januar 2017