Angesichts des beschleunigenden sozialen Wandels in vielen Lebensbereichen ist eine angemessene Neufassung und Erweiterung des Bildungsbegriffs unumgänglich. In diesem neuen Verständnis ist es Aufgabe schulischer Bildung, die Schüler/innen zur Bewältigung von Lebenssituationen im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung zu befähigen. Die hierzu erforderliche Handlungskompetenz umfasst die Bereiche Sachkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz.

Diese Kompetenzen sind als ganzheitliche Befähigungen zu verstehen, die auf die Erhaltung der Persönlichkeit im motorischen, kognitiven und sozialen Bereich angelegt sind; sie sollen fächerübergreifend anwendbar und für den außerschulischen Bereich tauglich sein.

Das Fach Sport nimmt durch seinen Auftrag zur Erweiterung der sportlichen Handlungskompetenz im Fächerkanon eine Sonderstellung ein. Während alle anderen Fächer vorwiegend kognitive Ziele verfolgen, sichert das Fach Sport den Schüler/innen durch die Verwirklichung psychomotorischer Lernziele ein Mindestmaß an Bewegung.

Dabei soll einerseits die Motorik entwickelt und andererseits die Motivation für ein möglichst dauerhaftes Sporttreiben aufgebaut werden.

Über die Entwicklung der Motorik hinaus wird auch eine verbesserte Wahrnehmungsfähigkeit für körperliche und psychische Reaktionen infolge unterschiedlicher sportlicher Belastung angestrebt.

Da die Unterrichtszeit im Fach Sport allein nicht ausreicht, dauerhafte positive Anpassungen des Körpers zu bewirken, ist es eine wichtige Aufgabe, über Bewusstmachung den Lernenden Methodenkenntnisse zu vermitteln, die sie dazu befähigen, ihre Fitness auch nach der Schulzeit selbstständig zu erhalten.

Damit leistet das Fach Sport langfristig nicht nur einen unersetzlichen Beitrag zur Entwicklung der Motorik, sondern auch zur Gesundheitserziehung.

Darüber hinaus bietet das Fach Sport wie kaum ein anderes Fach die Möglichkeit, soziales Handeln zu erfahren und zu praktizieren. Im Sportunterricht soll die notwendige Handlungskompetenz vermittelt werden, um einerseits eigene Ziele mit fairen Mitteln durchzusetzen, andererseits aber auch Rücksicht auf Schwächere zu nehmen, sportliche Leistung zugunsten höherer Zielsetzungen zu relativieren und mit Partnern bei der Lösung komplexer Aufgaben zu kooperieren. So können durch Sportunterricht wichtige Schlüsselqualifikationen erworben werden.

Da der Sportbegriff in unserer Gesellschaft ein weit gefasster Begriff zwischen Breiten- und Leistungssport ist, muss der Sportunterricht diese vielfältigen Perspektiven vermitteln, wenn Schülern/innen zu einem eigenständigen Urteil über vielschichtige Phänomene des Sports befähigt werden sollen.

Eine umfassende sportliche Handlungskompetenz kann sich demnach nur durch die mehrperspektivische Erfahrung vielfältiger Handlungssituationen entwickeln, die differenziert reflektiert und verarbeitet werden müssen.

Arbeitsplan

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