Grund-/Leistungskurs: 

Das Fach „Evangelische Religionslehre“ ist als Grundkurs am Johannesgymnasium für alle evangelischen Schülerinnen und Schüler verpflichtend. Bei genügend großem Interesse werden auch Leistungskurse eingerichtet.   Unterrichtliche Voraussetzungen   Vom Schüler wird Interesse erwartet, Grundkenntnisse über den christlichen Glauben und seine Wirkungsgeschichte zu erwerben, den existentiellen Anspruch des christlichen Glaubens – wie auch anderer Religionen und Weltanschauungen – zu verstehen und als Angebot eigener Lebens- und Weltdeutungen zu reflektieren. Darüber hinaus sollen die Schüler Impulse zur Welt- und Lebensgestaltung, die sich aus der christlichen Botschaft ergeben, kennen lernen und in Auseinandersetzung mit ihnen sowie mit anderen Sinn- und Wertsetzungen Verhaltensmöglichkeiten zu verantwortlichem Handeln entwickeln. Weiterhin sollen die Schüler die jeweils erforderlichen Sach- und Methodenkenntnisse erwerben.   Bedeutung des Fachs und Ziele   Der evangelische Religionsunterricht hat die Aufgabe, der Begegnung der Schüler mit dem christlichen Glauben in der gegenwärtigen Welt zu dienen. In diesem Sinn versteht er sich als Dienst der Kirche an der Gesellschaft. Er geschieht unter den Gegebenheiten und Bedingungen der Schule. Dies kommt auch in der grundgesetzlichen Absicherung des Faches zum Ausdruck. Darum müssen die Ziele des Religionsunterrichtes von Kirche und Schule gemeinsam verantwortet werden können. Aus dem Auftrag ergeben sich folgende Ziele:

  1. Der Religionsunterricht soll Antworten von Christen auf die Fragen, Nöte und Herausforderungen unserer Zeit suchen und entfalten. Das sollte geschehen im Blick auf die Fragenden selbst, auf die Mitmenschen und die Umwelt. Dabei ist die altersspezifische Einstellung zum Glauben im Horizont des religiösen Bewusstseins unserer Zeit zu beachten.
  2. Der Religionsunterricht informiert und orientiert über die christliche Tradition, die Lebensäußerungen der Kirche und über die ökumenischen Fragen sowie über außerchristliche Daseinsauslegungen. Notwendig sind dabei sachliches Gespräch und Hinführung zur Urteilsfähigkeit in der pluralistischen Gesellschaft.
  3. Der Religionsunterricht schuldet den Schülern konkrete Lebenshilfe, damit diese zu sich selbst finden und in der Gesellschaft mündig werden können. Damit ist der Religionsunterricht zugleich Einübungsfeld für die Achtung Andersdenkender. Da Glauben und Denken, Lernen und Leben, Haltung und Verhalten zusammengehören, muss der Religionsunterricht sowohl für kritische Fragen offen sein als auch Möglichkeiten der praktischen Ausübung gewähren.

Der Religionsunterricht hat den Anruf Gottes in der christlichen Überlieferung gegenüber dem Menschen unserer Zeit auszusprechen. Deshalb bemüht er sich darum, dass die Schüler dem biblischen Wort begegnen, Wege zum eigenen Glauben an Jesus Christus finden und in die Gemeinschaft der Christen hineinwachsen können.

Inhalte

  • 11/I:  Erscheinungsformen des Christentums und der Religionen in Geschichte und Gegenwart:
    • Religion und Religionen / Kirche in der Gesellschaft  
  • 11/II: Aussagen des christlichen Glaubens und ihre theologische Reflexion:
    • Jesus und seine Verkündigung / Gottesverständnis / Die Bibel als Wort Gottes  
  • 12/I: Deutung und Gestaltung von Welt und Leben im individuellen und interpersonalen Bereich:
    • Wesen und Bild des Menschen / Der Einzelne und der Mitmensch / Begründungen sittlicher Normen
  • 12/II: Deutung und Gestaltung von Welt und Leben im gesellschaftlichen Bereich:
    • Christliche Hoffnung und Gestaltung der Welt / Gesellschaftliche Verantwortung in der Geschichte der Kirche / Verantwortliche Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen
  • 13: Das Christentum in Auseinandersetzung und Dialog:
    • Religionskritik / Das Verhältnis zum Judentum als theologisches Problem / Naturwissenschaften und christlicher Glaube
    • Die jeweiligen Themen werden auch in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern festgelegt. Grund- und Leistungskurs unterscheiden sich nicht in den Unterrichtsthemen, wohl aber in der Intensität ihrer Bearbeitung.

Fachspezifische Anforderungen (Arbeitstechniken und –methoden)

Erwartet wird die Bereitschaft zur Diskussion, die eigene kritische Positionierung innerhalb der einzelnen Themen, die Bereitschaft zur Textarbeit (inklusive Bibelarbeit), die Fähigkeit zur Reflexion der Unterrichtsinhalte und Selbstreflexion, die eigene mündliche Nacharbeit der Unterrichtsinhalte.

Leistungsbewertung

  • Grundkurs: Je eine Kursarbeit pro Halbjahr, mündliche Mitarbeit (Bewertung 1/3 zu 2/3)
  • Leistungskurs: Je zwei Kursarbeiten pro Halbjahr, mündliche Mitarbeit (Bewertung je 50 %)

Zeitlicher Umfang

  • Grundkurs: zwei Wochenstunden
  • Leistungskurs: fünf Wochenstunden

Weitere Informationen

  • Abituranforderungen (EPA)