1 Unsere Fachschaft Religion (kath./evg.)

 

(v.l.: Herr Müller, Frau Graf, Frau Lange, Herr Loch,  Frau Wittenbruch-Overings, Herr Dietrich, Frau Jung, Frau Kappesser, Frau Rawer, Herr Pfarrer Sprenger, es fehlt: Herr Lukitsch)

 

2 Unsere Sicht des Fachs Religion

Innerhalb des Fächerkanons am Johannes-Gymnasium nimmt der katholische und evangelische Religionsunterricht eine zentrale Rolle ein, da er im Verbund mit der Schulpastoral das Profil der Schule als katholische Schule in besonderem Maße prägt und mit gestaltet. Daher findet der Religionsunterricht in den Klassen 5-10 durchgehend zweistündig statt und wird ausschließlich als konfessioneller Religionsunterricht (Trias vonInhalt, Lehrendem und Lernenden) erteilt.

2.1 Die Lebensrelevanz des Religionsunterrichts

Die Schülerinnen und Schüler befinden sich insbesondere in der Sekundarstufe I in einer Entwicklungsphase zunehmender Autonomie. Ihr Streben nach Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit ist eng verbunden mit dem Bedürfnis nach Orientierung und einer ganzheitlichen Weltsicht, die über das rein Faktische und Messbare der Dinge hinausgeht. Unsere plurale Gesellschaft ist heute jedoch in viele miteinander konkurrierende Sinnentwürfe ausdifferenziert. Der katholische Religionsunterricht begleitet die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg der Identitätsfindung, indem er ihre Fragen und Probleme aufgreift und die Heranwachsenden mit den Inhalten der christlichen Überlieferung und den Wurzeln der eigenen Kultur vertraut macht. Die Schülerinnen und Schüler sind ein Abbild einer weithin säkularisierten Gesellschaft und dementsprechend in ihren Glaubensvoraussetzungen nicht homogen. Dieses erfordert in besonderer Weise eine biographisch orientierte Wahrnehmung der Schülerschaft und unter methodischen Gesichtspunkten eine dialogische Unterrichtsstruktur und innere Differenzierung. Religion und christlicher Glaube sind häufig nicht mehr selbstverständliche Grundlagen des Lebens. Der Religionsunterricht muss somit die Schülerinnen und Schüler oft erst für die religiöse Dimension der Wirklichkeit, für Symbolisches und Transzendenz sensibilisieren. Dabei soll er ganzheitlich den Glauben als eine Lebensgrundlage verstehen, die den Menschen in allen Dimensionen seines Denkens, Fühlens und Handelns beansprucht.

2.2 Ziele des Religionsunterrichts

Ausgang und Grundlage für den Religionsunterricht ist seit 30 Jahren der Beschluss der Gemeinsamen Synode der Bistümer „Der Religionsunterricht in der Schule“ vom 22. November 1974. Die leitenden Intentionen und Zielsetzungen des Katholischen Religionsunterrichts benennt die Synode folgendermaßen (Abschnitt 2.5.1):

- er weckt und reflektiert die Frage nach Gott, nach der Deutung der Welt, nach dem Sinn und Wert des Lebens und nach den Normen für das Handeln des Menschen und ermöglicht eine Antwort aus der Offenbarung und aus dem Glauben der Kirche.

- er macht vertraut mit der Wirklichkeit des Glaubens und der Botschaft, die ihm zugrunde liegt; und hilft, den Glauben denkend zu verantworten;

- er befähigt zu persönlicher Entscheidung in Auseinandersetzung mit Konfessionen und Religionen, mit Weltanschauungen und Ideologien und fördert Verständnis und Toleranz gegenüber der Entscheidung anderer;

- er motiviert zu religiösem Leben und zu verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft.

Zugleich formuliert die Synode folgende Erwartungen hinsichtlich der Möglichkeiten des RU´s. Demnach ist es ein Gewinn (vgl. 2.6.5)

- wenn die Schüler beim Verlassen der Schule Religion und Glaube zumindest nicht für überflüssig oder gar unsinnig halten;

- wenn sie Religion und Glaube als mögliche Bereicherung des Menschen, als mögliche Kraft für die Entfaltung seiner Persönlichkeit, als möglichen Antrieb für die Realisierung von Freiheit begreifen;

- wenn die Schüler Respekt vor den Überzeugungen anderer gewonnen haben;

- wenn sie fähig sind, in der Diasporasituation des Glaubens sich begründet und verantwortlich mit dem lebensanschaulichen Pluralismus auseinanderzusetzen und sich der Wahrheitsfrage zu stellen;

- wenn ihre Entscheidungsfähigkeit und Entscheidungswilligkeit so gefördert wurden, dass sie imstande sind, ihre persönlichen Glaubenseinstellungen zu überprüfen, zu vertiefen oder zu revidieren und so eine gewissenhafte Glaubensentscheidung zu treffen;

- wenn die Schüler, je nach Möglichkeit, angestoßen von diesem Unterricht, zu einer engagierten Begegnung mit der Wirklichkeit des Glaubens, einschließlich der konkreten Kirche, bereit und fähig sind.