Fit fürs Berufsleben: Johnny-Schüler werden professionell in die Welt der Tontechnik eingeführt

Er hat nicht zum ersten Mal sein hochwertiges Equipment am Johannes-Gymnasium ausgepackt und wird das – wenn es nach Musiklehrer H.-W. Rymiorz-Siepe geht – auch nicht das letzte Mal getan haben. Denn jede Veranstaltung mit Walter G. Hauschild, einer bundesweit bekannten Koryphäe auf dem Gebiet der Tontechnik, ist für die jeweils 20 Schülerinnen und Schüler seiner Workshops eine echte Bereicherung. „Learning by doing“ ist die Devise und Hauschild, der u.a. bei Rock am Ring für den guten Ton sorgt, lässt die Jugendlichen eine Menge selbst tun.

„Hands On! Eine Einführung in die Welt der Tontechnik“, hat Hauschild seine Veranstaltung überschrieben, mit der er mehr als die Hälfte des Jahres bundesrepublikweit in Schulen zu Gast ist. Für die Schulen ist der Workshop übrigens völlig kostenfrei, Equipment – fünf Racks mit je einem Mischpult, einem 8-Spur HD-Recorder, einem Multieffektgerät, Kopfhörer und Mikrofon – und Referentenhonorar werden von der Musikindustrie gesponsert. „Ein Geben und Nehmen. Es gibt immer wieder Schüler, die dann eine Ausbildung zum Tontechniker machen“, erläutert Hauschild, der nach einer Ausbildung zum diplomierten „Audio Engineer“ am renommierten SAE-Institute (School of Audio Engineering) gleichermaßen für den Musikinstrumentengroßhandel, als Fachberater bei  internationalen Tagungen und eben auch bei diversen Musikevents tätig ist.

So gern Hauschild immer wieder aus dem „Nähkästchen“ plaudert, so anschaulich vermittelt  er  den Schülern, worauf es im Musikbusiness noch ankommt: Teamfähigkeit, Respekt, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und gute Kommunikation. Auf geeignete Umgangsformen und vermeintliche Selbstverständlichkeiten wie den Handschlag zur Begrüßung legt Hauschild allergrößten Wert. „Wer stört, schwafelt oder sich unqualifiziert äußert, ohne sich zu melden, fliegt raus“, ist die deutliche Ansage. Die Schüler der Musik Grundkurse und des Leistungskurses finden´s gut: „Er hat uns, obwohl die meisten von uns ja keine Ahnung hatten, mit Respekt behandelt und uns etwas zugetraut“.

Vor dem Selbermachen stand aber zunächst eine Einführung in die Technik:  Jeweils vier Schülerinnen und Schüler teilten sich ein Rack und ver- und bearbeiteten zusammen die gestellten Aufgaben. Wie wird verkabelt, wie ist ein Kanalzug oder eine Mastersektion aufgebaut und für Bands ganz wichtig, wie mische ich den Sound richtig ab. Wie „pegele “ ich Instrumente und Stimme ein: „Bitte!!! Gib mir einen lauten Refrain“. Und Hauschild wird nicht müde, die Kommunikationsregeln und gegenseitigen Respekt einzufordern – eben wie unter Tontechnikern und im Musikbusiness üblich. Letzten Endes aber ist er voll des Lobes angesichts des Engagements und der Erziehung unserer Oberstufenschüler. Keine Selbstverständlichkeit sei dies, so Hauschild, der sich zudem davon beeindruckt zeigte, wie reibungslos das Teamwork innerhalb der Kleingruppen verlief.

Und so vergehen sechs Schulstunden letztlich wie im Flug – noch bevor die Mittagspause zu Ende ist, hat Walter Hauschild die Technik verpackt und ist wieder unterwegs: Eine andere Stadt, eine andere Schule, andere Jugendliche, die gebannt seinen Ausführungen lauschen.