"Eine Gelegenheit, die eigene Begeisterung für eine Wissenschaft auszuleben und die Wissenschaft besser kennen zu lernen" - für Simon Ternes stand nach der Endrunde des Bundeswettbewerbs Informatik fest, dass seine Teilnahme auch ohne den erträumten, aber letztlich nicht erwarteten Preis "eine sehr positive Erfahrung" war. Prof. Dr. Nicole Schweikardt, die Beiratsvorsitzende des Bundeswettbewerbs Informatik, zeichnete im Rahmen der Siegerehrung in Essen fünf Nachwuchstalente im Fach Informatik als Bundessieger aus. Die Bundessieger werden in die Studienstiftung des deutschen Volkes übernommen.     

Eine Schülerin und 26 Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich aus einem Kreis von rund 1100 Bewerbern in zwei Wettbewerbsdurchgängen für die Endrunde des Bundeswettbewerbs qualifiziert - darunter Simon Ternes als erster Schüler des Johannes-Gymnasiums im nunmehr 27. Jahr des Wettbewerbs. In der Eifel-Idylle des RWE-Bildungszentrums Wanderath mussten sie sich an zwei Wettbewerbstagen einer Jury aus sechzehn Informatikern von Schulen, Hochschulen und aus der Wirtschaft stellen. Die Jury bewertete Fachwissen und Persönlichkeit der Kandidaten.  Simon Ternes zeichnete ein differenziertes Bild seiner Wettbewerbserfahrungen:

"Schweigend und staunend erlebte ich vom 22. bis zum 25. September die Endrunde des 27. Bundeswettbewerbs Informatik. Staunend vor allem darüber, wie intensiv viele Teilnehmer sich mit der Informatik auseinandersetzten und wie elegant sie im Stande waren ihre weitreichenden Kenntnisse anzuwenden. Schweigend wohl eher aufgrund der Tatsache, dass ich als Hobby-Informatiker nur die oberste Spitze des Eisbergs erfassen konnte und froh war, wenigstens bei den „trivialen“ Aufgaben ein bisschen mitzureden. Nichtsdestotrotz war der Wettbewerb insgesamt eine sehr positive Erfahrung.   Allein aus der Freude heraus, kleine Probleme mit Hilfe des Computers zu lösen, nahm ich zusammen mit Andreas Dausenau an der ersten Runde des Wettbewerbes teil. Bei der zweiten Runde verhielt es sich ähnlich und ich war froh darüber, dass ich meine Bearbeitung als Facharbeit ins Abiturzeugnis einbringen durfte. Mich letzten Endes in einem erlesenen Kreis von 27 Teilnehmern und zahlreichen Informatikprofessoren wiederzufinden war für mich eine ebenso unerwartete wie spannende Angelegenheit. Der Antwort auf die Frage, inwiefern ich mich in Zukunft noch mit Informatik beschäftigen möchte und welche Berufsfelder die Informatik bietet, bin ich durch diese Veranstaltung ein Stück näher gekommen. Zwar war der Druck des Wettbewerbes durchaus in einigen Momenten spürbar. Allerdings sollte, wie auch zu Beginn von den Veranstaltern angemerkt, die Freude an der Informatik sowie die Möglichkeit, Gleichgesinnte persönlich kennen zu lernen, im Mittelpunkt stehen. Ich kann also nur empfehlen, am Bundeswettbewerb Informatik oder ähnlichen Wettbewerben teilzunehmen, weil sie eine Gelegenheit bieten, die eigene Begeisterung für eine Wissenschaft auszuleben und die Wissenschaft besser kennen zu lernen."

Eine der beiden Wettbewerbsaufgaben darin, ausgehend vom Damenproblem - einer schachmathematischen Aufgabe, in der jeweils acht Damen so aufgestellt werden, dass keine zwei Damen einander nach den Schachregeln schlagen können - höherdimensionale Fragestellungen theoretisch zu lösen. In der anderen Aufgabe galt e, wiederum in  einer Gruppenarbeit ein Konzept für eine Internet-Suchmaschine zu entwickeln. In Einzelgesprächen mussten die Informatik-Talente ihre Problemlösefähigkeit durch logisches und strukturelles Denken unter Beweis stellen.

 „Alle Finalisten des Bundeswettbewerbs gehören zum Spitzennachwuchs der deutschen Informatik. Im gesamten Verlauf des Wettbewerbs haben sie eindrucksvoll nachgewiesen, dass sie sämtliche für dieses Fach wichtigen Kompetenzen und Begabungen im höchsten Maße besitzen“, fasste Schweikardt ihre Erfahrungen des Wettbewerbs zusammen. „Der Wettbewerb leistet so einen wichtigen Beitrag dazu, hervorragenden Nachwuchs für die Informatik und die Gestaltung der Informations- und Kommunikationsgesellschaft zu gewinnen.    Die Endrunde des diesjährigen Bundeswettbewerbs Informatik und die Siegerehrung im Colosseum in Essen wurde von der RWE IT GmbH ausgerichtet. „Ich bin beeindruckt von den hier gezeigten Leistungen der Schülerinnen und Schüler“, lobte Chittur Ramakrishnan, Geschäftsführer der RWE IT GmbH, die Ergebnisse des Wettbewerbs. Der Bundeswettbewerb Informatik ist eine Initiative der Gesellschaft für Informatik und des Fraunhofer-Verbunds Informations- und Kommunikationstechnik und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell gefördert, von den Landes-Kultusministerien unterstützt und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Teilnehmen können Schüler und Auszubildende bis 21 Jahre. Unter den ehemaligen Siegern sind sowohl Professoren als auch Firmengründer.