Das Planspiel der 10. Klassen über die neuen Richtlinien der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik 2017
wurde unterstützt von der Landesvertretung Rheinland-Pfalz

„Das Thema EU ist ja sehr komplex, wurde aber durch das Planspiel richtig spannend rüber gebracht. Dadurch dass man den ganzen Tag so aktiv mitgestalten konnte, z.B. mittels Abstimmungen, war alles sehr anschaulich“, so Daniel, Schüler des Johannes-Gymnasiums und für einen Tag Abgeordneter im Europäischen Parlament. Am 04. Mai 2017 übernahmen er und seine 69 MitschülerInnen die Rollen der politischen Akteure der Europäischen Union. Als Mitglieder der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des Ministerrats oder als Interessen- und PressevertreterInnen gestalteten die Teilnehmenden in Eigenregie die europäische Politik. Alle waren mit Elan bei der Sache und spürten, wie schwierig es sein kann, die unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen der politischen Lager in einem Kompromiss zu vereinen und der Rolle eines Politikers in allen Sachfragen gerecht zu werden. Wenn man dann auch noch dem Fernsehen für die Sendung SWR-Aktuell Rede und Antwort stehen muss, dann hatte der Tag alles, was das Politikerleben so mit sich bringt (den Sendungsbeitrag des SWR gibt es hier).

In Ausschüssen und im Plenum diskutierten die Teilnehmer hitzig die verschiedenen Aspekte der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik. Schwerpunkte der Abschlussdebatte im Ministerrat waren vor allem die Regelung über verpflichtende Sprachkurse für Geflüchtete und die Kontrolle der Grenzen. Bei der finalen Sitzung im Europäischen Parlament wurde besonders stark über die Rolle von Frontex und die Frist zu Umsetzung der Richtlinie diskutiert. Alle Beteiligten betonten, wie wichtig die Solidarität der EU-Länder untereinander für deren erfolgreiche Umsetzung sei. Am Ende der Diskussionen standen in beiden Gremien umfangreiche Kompromisse fest. Bei den Schlussabstimmungen konnte somit eine Neuregelung der Richtlinie verabschiedet werden. Ziel des Planspiels war es, ein besseres Verständnis für politische Entscheidungsfindung auf europäischer Ebene unter Einbezug von verschiedenen Standpunkten und Ansichten zu vermitteln. „Ich dachte nicht, dass die EU-Gesetzgebung so anstrengend ist. Es ist nicht leicht, bei so vielen Meinungen auf ein Ergebnis zu kommen“, so Anabel Hesse, Vertreterin von Italien im Ministerrat.

Möglich gemacht wurde das Planspiel von der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und der Europäischen Union. „Bei der Simulation erfahren die jungen Leute hautnah, wie schwierig es ist, im demokratischen System für die eigene Meinung in Debatten einzutreten und Kompromisse auszuhandeln“, berichtet Thomas Kremer, Lehrer des Johannes-Gymnasiums und Initiator des Planspiels.

Besonderes Lob gebührte an diesem Tag den Vorsitzenden und Vizevorsitzenden der Europäischen Institutionen sowie ihren Schriftführern. Sie hatten die Aufgabe, die Debatten anzuleiten und die verschiedenen Interessen in Einklang zu bringen. „Meine Rolle als Präsidentin war anspruchsvoll. Es war nicht leicht, bei den Debatten den Überblick zu behalten und gleichzeitig die Wünsche meines Landes durchzusetzen. Es war aber super zu erleben, wie das Europäische Parlament arbeitet“, fand Judith, Präsidentin des Europäischen Parlament.

 

- 2. Platz beim Landeswettbewerb für politische Bildung 2016


„Flucht und Asyl“ lautete das Thema des Schülerwettbewerbs 2016, der von der Landeszentrale Rheinland-Pfalz für politische Bildung durchgeführt wurde. Am 28.Juni 2016 wurden im Frankfurter Hof in Mainz die Preise für die eingereichten Beiträge verliehen.

Sechzehn Schüler und Schülerinnen der Klasse 10c unter der Leitung von Herrn Thomas Kremer, konnten sich über einen zweiten Platz bei dem Wettbewerb freuen und erhielten neben der obligatorischen Urkunde auch einen Buchpreis. Die Jury würdigte besonders die methodische Vielfalt der Arbeiten. Ob Interview, Film oder Broschüre, bei allem überzeugte zudem die hohe fachliche Qualität (Bild: Klaus Benz).



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