Ist der Kommunismus tatsächlich Geschichte? Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen möchte dazu anregen, sich nicht nur mit der DDR, sondern auch mit neuen Formen linker Politik auseinanderzusetzen. Nach der Überwindung der kommunistischen Diktaturen in Europa schienen linksextreme Politikkonzepte für immer erledigt zu sein.

In kostenlosen Workshops für Schüler/innen will die Gedenkstätte dazu anregen, sich mit Ideologie, Strukturen und Aktionsformen des Linksextremismus auseinanderzusetzen. Das Seminar am Johannes-Gymnasium, an dem die Leistungskurse Geschichte und Sozialkunde der MSS 12 teilnahmen, leitete Frau Annette Detering, die als gebürtige Stralsunderin (Jahrgang 1966) die DDR selbst erlebt hat.

In der ersten Vertiefungseinheit ging es um die Frage „Der Kommunismus – eine gute Idee?“ Das Seminar setzte sich mit den theoretischen Grundlagen der kommunistischen Ideologie auseinander. Anhand von Originalschriften von Karl Marx und anderen Theoretikern sollten die Teilnehmer die Frage beantworten, ob die marxistische Ideologie ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird, ob sie noch zeitgemäß ist und inwieweit die Praxis des totalitären Kommunismus bereits darin angelegt ist.

Die zweite Vertiefungseinheit suchte nach einer Antwort auf die Frage „Die Linke – eine extremistische Partei?“ Ihrem Programm zufolge will die Partei den Kapitalismus überwinden und den demokratischen Sozialismus erreichen. Zugleich lehnt sie es ab, die DDR als Unrechtsstaat zu kennzeichnen. Das Seminar setzte sich mit Geschichte, Ideologie, Strukturen und Personal der Linken auseinander. Die Teilnehmer sollten sich dabei selber eine Meinung bilden, ob die Partei  dem linksextremistischen Spektrum zugeordnet werden kann.

 Frau Detering stellte Materialien zu beiden Einheiten auf vorinstallierten Tablets zur Verfügung, aus denen die Schüler/innen Diagramme für eine Präsentation anfertigten. Rege Diskussionen führten zu einer intensiven Diskussion der beiden Leitfragen. Die beiden Fachlehrer – Herr Dr. Hübner (LK Sozialkunde) und Herr Benz (LK Geschichte) – freuten sich über die rege Mitarbeit der Schüler/innen, die Frau Detering mit einem herzlichen Applaus für ihre Doppelrolle als Vermittlerin und Augenzeugin verabschiedeten.