Die Industrialisierung ist ein zentrales Thema des Lehrplans für den Leistungskurs Geschichte in der 11. Jahrgangsstufe. Die Schülerinnen und Schüler sollen "die Bedeutung der Industriellen Revolution für den Einzelnen und die Gesellschaft bis heute" und  "radikale Veränderungen der Lebensbedingungen in Folge eines weltweiten Industrialisierungs- und Technisierungsprozesses, Veränderung von Werten und Begriffen" erkennen.

Für Fachlehrer Edgar Benz lag es deshalb nahe, den Unterricht durch eine Exkursion (am 16.6.2016) zu ergänzen und den Schülerinnen und Schülern an Denkmal geschützten Orten eine "3-D"-Vorstellung von Entwicklungen zu ermöglichen, die auch in unserer näheren Umgebung das Leben der Menschen nachhaltig veränderten.

In Euskirchen-Kuchenheim bot sich eine Führung durch die ehemalige Zuchfabrik Müller an, die sich heute in dem Zustand befindet, in dem sie der Besitzer im Jahre 1961 schließen musste. Der Produktionprozess von der Wolle über das Garn bis hin zum gewebten Tuch wurde anschaulich erläutert, hinzu kamen Vorführungen an den bis heute - einschließlich der Dampfmaschine - intakten Maschinen zum Wolfen, Walken und Weben.

In Kommern konnten die Schülerinnen und Schüler auf dem weitläufigen Gelände des Freilichtmuseums die Dorf- und Hausformen der angrenzenden Regionen besichtigen. Die Bauernhäuser, Wirtschaftsgebäude, Gasthäuser oder Handwerksbetriebe aus dem 17. bis 20. Jahrhundert vermittelten ein authentisches Bild vom Leben auf dem Lande. Zudem gab die "feine Dame aus der Stadt" einen Überblick über die gesellschaftliche  Bedingungen und die herrschenden Geschlechterrollen im 19. Jahrhundert.