Karl Marx - er ist der wohl bekannteste Philosoph und Ökonom des 19. Jahrhunderts. Und seine Werke bzw. seine Wirkung geben bis heute Anlass zu heftigen Kontroversen. Lange Zeit tat sich Trier, seine Geburtsstadt, schwer mit dem berühmten Sohn. Doch aus Anlass des 200. Geburtstags fand vom Frühjahr bis Herbst dieses Jahres eine große, vom Land Rheinland-Pfalz initiierte und finanzierte Ausstellung statt, die das Leben des Philosophen und seine Ideen neu beleuchtete.

Nachdem sich die beiden 13er-Kurse sowohl im Fach Geschichte als auch in Englisch (dort im Zusammenhang mit George Orwells „Animal Farm“) bereits mit Karl Marx beschäftigt hatten, erschien es den Schülerinnen und Schülern reizvoll, vor Ort nun auch Näheres über das Leben des Philosophen zu erfahren. Grund genug also, einmal im Rahmen einer Exkursion nach Trier zu fahren. Am 17. Oktober 2018 war es dann soweit: Das Ziel war das Städtische Museum in Trier, wo sich eine Teilausstellung speziell der Biographie und den Lebensstationen von Karl Marx widmete.

Gleich nach der Ankunft in Trier stieß die Besuchergruppe auf die Karl-Marx-Statue, die sich direkt neben dem Museum befindet. Die chinesischen Schriftzeichen des Sockels riefen bei den Exkursionsteilnehmen lebhaftes Erstaunen hervor. Die Gruppe erfuhr daraufhin, dass es sich bei diesem Standbild um ein im Vorfeld hitzig diskutiertes Geschenk handelte, das der chinesische Staat der Stadt Trier anlässlich des 200-jährigen Geburtstags von Karl Marx hatte zukommen lassen.
Unter dem Titel „Stationen eines Lebens“ wurde dann im Museum das bewegte Leben des Philosophen nachgezeichnet, das 1818 in der Moselstadt seinen Anfang nahm. Der erste Teil des Rundgangs verfolgte Marx` Lebensweg von seiner Kindheit und Jugend in Trier an über seine Studienjahre in Bonn und Berlin, die ersten Berufserfahrungen unter anderem in Köln und die folgenden Stationen in Paris und Brüssel. Der zweite Teil der Ausstellung bezog sich auf Marx‘ Exil in London, wo er mehr als die Hälfte seines Lebens verbrachte und im Jahr 1883 starb. Anhand der einzelnen Lebensstationen ergeben sich Antworten auf wichtige Fragen: Wer und was prägten den jungen Denker? Welche Rolle die einzelnen Zentren im Leben von Marx und seiner Familie? Wie stand er zu seinen Anhängern und Gegnern?

Mittels zahlreicher Briefe, Zeitungen und Bildern, die auf den zwei Etagen der Ausstellung dokumentiert wurden, ließ sich die Biographie von Karl Marx beleuchten und ein lebendiges Bild des Menschen hinter der Ikone zeichnen. Die Ausstellung wurde unter anderem ergänzt durch das interaktives Trierer Armenkataster mit Daten aus der Zeit um 1830, eine Mitmach-Zeitung, die von Besuchern selbst gestaltet werden konnte, sowie Auszüge aus Marx‘ privater Korrespondenz, die per Touchscreen abrufbar waren.

Nach dem Rundgang durch die Ausstellung entdeckten die Schülerinnen und Schüler noch weitere Aspekte der reichhaltigen Trierer Stadtgeschichte. Bei einer Tour durch die Innenstadt ließen sich auch die vielfältigen Hinterlassenschaften aus der Römerzeit und dem Mittelalter erkunden, die sich bei strahlendem Sonnenschein in bestem Licht präsentierten.