Expertengespräche werden in der Schule meist mit einer Einladung in den Unterricht und einem Präsenztermin des Experten bewerkstelligt. Was aber, wenn der Experte rund 500 Kilometer entfernt seine Arbeit verrichtet und nicht mal soeben in der Schule vorbeischauen kann?

Der Geographie-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 11 umschiffte das Entfernungs-Hindernis mithilfe der verfügbaren Schultechnik: Whiteboard, Onboardkamera und eine stabile Internetverbindung ermöglichten einen „Geographieunterricht 2.0“, denn Experte Bernd Madlener stand den Schülerinnen und Schülern per Videochat Rede und Antwort bei allen Fragen rund um die Meteorologie sowie das dynamische Wettergeschehen in den Mittelbreiten. Der Medienmeteorologe war voll des Lobes und begeistert darüber, dass die Geographie die Inhalte der Meteorologie in den Unterricht transportiert. Als entsprechend fachlich empfand er auch die Fragestellungen des Kurses. Neben der Frage, warum sich nebeneinander liegende Zyklone oder Antizyklone nicht zu einem Druckgebilde verbinden, beschäftigte auch die Nachfrage, wieviel Statistik in der heutigen Wetterprognose mit einfließt, wo diese doch mittlerweile voll durchtechnisiert und digitalisiert sei… .

Auch Schulleiter Rudolf Loch kam zum Chat und hatte ebenfalls die ein oder andere Frage an den Fachmann aus München, der beim dortigen Wetterportal wetter.com u.a. die wöchentliche Kolumne „Bernds Blickwinkel“ moderiert und hierzuland insbesondere aus den SWR-Wettervorhersagen des Radios bekannt ist. Unter anderem deshalb interessierte sich auch eine Schülerin für den Werdegang des Meteorologen. Dieser bestätigte, dass alle Meteorologen eine gewisse Faszination für das Wetter mitbringen sollten – er habe sich bereits seit seiner Kindheit immer wieder an Wolken und Gewittern begeistert. Heute ist diese Begeisterung sein Beruf, auch wenn er sich das Wetter ebenso wenig aussuchen kann, wie Nicht-Meteorologen.

Mit dem Videochat schloss der Leistungskurs das Großthema der „Allgemeinen Zirkulation der Atmosphäre“ ab und kann sich nun neuen Faszinationen der Erde zuwenden.