Auch "die Stadt" ist für Geographen "Gelände" und somit ein Raum der sich für Exkursionen anbietet. Im Rahmen der unterrichtlichen Bearbeitung der historisch-genetischen Stadtentwicklung bot sich daher ein Exkursionstag im Stadtgebiet von Koblenz an. Schließlich blickt die Stadt in eine Geschichte bis hin zur Römerzeit zurück - theoretisch müssten sich also alle Epochen der Stadtentwicklung - welche im Unterricht erarbeitet und auf eine Grundrisskarte übertragen wurden - im Stadtbild erkennen lassen. Dieser Behauptung galt es also anhand einer Fotosafari durch die Stadt auf den Grund zu gehen.

In vier Kleingruppen schwärmten die Schülerinnen und Schüler aus. Stets die Kamera griffbereit und mit einem Stadtplan ausgerüstet.
"Mal kann man gut alte Strukturen erkennen, mal sind sie heillos überprägt", konstatierte Lennard Schützeichel am Ende des Tages, welcher dann aber doch so manch eindeutiges Ergebnis hervorbrachte. Physiognomisch lassen sich alle Epochen (bis auf die Römerzeit) am heutigen Stadtbild erkennen. Enge Gassen, verwinkelte Straße und eindeutige Straßennamen sowie ehrwürdige Gebäude in der Altstadt. Die Schlossstraße führt alle Besucher unausweichlich auf das Koblenzer Schloss - nur ein Indiz der absolutistischen Stadtepoche, welche eng an die Stadt der Industriealisierung rings um den Bahnhof anschließt. "Blockrandbebauung und gut erkennbare Innenhöfe", erklärte Maija Schadt im Nachgang der Exkursion. Und oben auf der Karthause? Klar, hier findet sich das Stadtbild der Gegenwart wieder: "Weitläufige Grundstücke, lockere Bebauung, hirachisches Straßennetz", fasste Konrad Löchner die Merkmale der letzten und damit aktuellen Epoche der historisch-genetischen Stadtentwicklung zusammen.

Die Fotosafari brachte erstaunliche Blicke auf bzw. in die Stadt zum Vorschein. Sie alle wurden an der Pinnwand des Erdkunde-Fachraumes gesammelt und verglichen. Ganz klar: Koblenz bildet nahezu jede Epoche gut erkennbar ab und kann als Musterbeispiel der historsich-genetischen Stadtentwicklung herangezogen werden. Aber man muss einen Blick dafür entwicklen - dieser stellte sich bei den Schülerinnen und Schülern erst allmählich bei ihrem Streifzug durch die Stadt ein.