Am 03.12.2015 statteten die drei Deutschleistungskurse der MSS 11 gemeinsam mit den Kursleitern Frau Daufenbach und Herrn Israel der Studiobühne Siegburg einen Besuch ab, um das zuvor im Unterricht ausführlich behandelte antike Drama Antigone nun auch mal "live" zu sehen.

Das über 2000 Jahre alte, von Sophokles geschriebene und in Theben spielende Drama behandelt den Konflikt zwischen Impulsivität und Besonnenheit, Selbstsucht und Götterglaube – dargestellt durch Antigone, die ihren geächteten Bruder aus religiösen Motiven begräbt, was gegen das Gesetz Kreons verstößt. Kreon wiederum, der nicht nur Antigones Onkel sondern auch (unfähiger) König von Theben ist, verurteilt sie daraufhin zum Tode.

Dass das Ganze im Siegburger Theater unter dem Titel "Antigone – Eine komische Tragödie" lief, bereitete nur unzulänglich auf das sich den Besuchern darbietende Schauspiel vor, das nach einer kurzen Einleitung durch Regisseur René Böttcher begann.

Die großzügig eingesetzte Ironie, die vielen humoristischen Anspielungen wie beispielsweise eine augenzwinkernde Imitation Angela Merkels oder Wortgefechte unter Verwendung diverser politischer Slogans und die oft ins Lächerliche gezogenen Charaktere (die auf einem Bauhelm montierte Krone Kreons kann hier als Beispiel dienen) sorgten zwar häufig für Lacher. Doch wurde in der anschließenden Nachbesprechung mit Regisseur und Schauspielern, während derer Böttcher auch erklärte, dass er mit obigen Szenen Kritik an unserer Gegenwart und heutigen Politik üben wollte, deutlich, dass dies nicht immer so ganz die Vorstellungen traf, die die Schüler auf Basis des Originaldramas hatten.

Insgesamt eine teils verstörende, aber doch „ganz lustige“ Interpretation der Antigone, fanden die einen. „Hart an der Grenze zu 'durch'“ die anderen. Unerwartet auf jeden Fall.

Alles in allem hat diese Inszenierung mal wieder wortwörtlich vor Augen geführt, dass das Theater eine freie Sache und somit sehr individuell auslegbar ist.

Hannah Heuper und Alina Kuhröber (MSS 11)