Es war ein Sommerfest nach Maß – blauer Himmel, sommerliche 26 Grad, gut gelaunte Menschen, ansprechende Präsentationen, Musik und Theater; und viele gute Geister hatten auch das leibliche Wohl im Blick. Als Schulleiter Rudolf Loch pünktlich um 14 Uhr gutgelaunt das Fest eröffnete, war der Schulhof bereits gut gefüllt und viele Besucher hatten schon längst die ein oder andere Präsentation in Augenschein genommen.

Es gab viel zu entdecken und es war beeindruckend, mit wie viel Engagement und auf welch hohem Niveau sich die Schüler in 37 verschiedenen Projekten mit dem Thema „Die Johanniskirche und das Weltkulturerbe Mittelrhein“ auseinandergesetzt hatten.

Was liegt im Mittelrheintal mit dem Rheinsteig näher, als sich seine Heimat wandernd zu erkunden und dann vielleicht dabei auch noch mit digitaler Hilfe einen „Schatz“ (Geocach) zu finden? Wie verändert sich die Sicht auf die Johanniskirche, wenn ich meinen Standpunkt verändere, z.B. auf die andere Rheinseite radele? Wie vermesse ich Dinge, die ich nicht erreichen kann, z.B. den Turm der fast 1000 Jahre alten Kirche? Welche Tieren und Pflanzen sind hier beheimatet? Sehr aufmerksam hatte eine Gruppe den Kirchenbau in den Blick genommen und in maßstabsgetreuen Modellen aus unterschiedlichen Materialien nachgebaut.

Was hat es mit der goldenen Muschel da auf dem alten Stein auf sich? Richtig, die Johanniskirche liegt auf dem Jakobsweg. Wer war dieser Jakobus? Während sich eine Gruppe in Bild und Schrift mit dem Heiligen auseinandersetzten, nahm ein anderes Projekt den Lahn-Camino unter die Füße und pilgerte von Limburg zurück zur Johanniskirche – und vielleicht auch zu sich selbst?

Von außen nach innen: Wie viele Treppen hat die Kirche und welche der Statuen ist denn der Namenspatron der Kirche, der Johannes, eigentlich? Eine Suchrallye lockte Jung und Alt in das von Chorklängen erfüllte Gotteshaus, in dem gerade auch eine neue Orgel installiert wird. Die Sängerinnen und Sänger hatten den „Klangraum Johanniskirche“ erprobt und dabei auch ihre eigenen Stimmen neu wahrgenommen.

Wie nehme ich die Kirche und auch meinen eigenen Glauben wahr? Eine Wandzeitung war beredtes Zeugnis dieser Auseinandersetzung. Besonders beeindruckend waren die Arbeiten des Projektes, das die Verortung der eigenen Identität thematisierte. Da verschmolzen Umgebung und die bemalten Körper der Schülerinnen, kurze Texte laden zum „nach“denken ein.

Was wissen die Menschen in Lahnstein und Touristen über die Johanniskirche – überhaupt über diese Region? Eine Gruppe befragte Lahnsteiner und Gäste, eine andere Gruppe entwickelte Audioguides, die in drei Sprachen auch historisch Wissenswertes erzählen. Was erzählen uns Mythen und Sagen aus der Region? Das Burgfräulein hatte dazu kurzerhand die Burg Lahneck verlassen und gab auf dem Schulhof Einblick in ihr Leben. Nur ein paar Schritte fand sich der Besucher in einem römischen Theater wieder – natürlich in lateinischer Sprache.

Ja, und dann gab es noch die Astronomie, den Weinbau, die Bierbraukunst, Sport und … und – eigentlich war der Nachmittag viel zu kurz, um alles angemessen zu würdigen. Und es wäre schade, wenn die gelungenen Arbeiten nun in „Archiven“ eingelagert würden, denn viele Ideen und Produkte ließen sich durchaus nachhaltig nutzen.

So hat das Insektenhotel schon einen festen Platz gefunden und auch die Wettermeldestation wurde auf dem Schulhof installiert. Dank einer App kann jetzt jeder das Wetter rund um die Schule abrufen und sich entsprechend überlegen, ob sich eine Partie Schach noch vor dem nächsten Schauer lohnt, oder es nur für eine Runde Twister reicht. Für das Schulklima sind die beiden neu eingeweihten Spielfelder sicher genauso wichtig wie dieses rundum gelungenen Schulfest.

Mit dem Erlös des Festes soll zu gleichen Teilen unsere Partnerschule in Ruanda und die neue Orgel in der Johanniskirche unterstützt werden.

Fotos zum Sommerfest findenSie hier.