Im Schüler- und Jugendwettbewerbs, der von Landtag und Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz unter dem Motto "Mitgedacht – mitgemacht" ausgerichtet wurde, hat der Leistungskurs Geschichte der MSS 12 mit seinem Fachlehrer Edgar Benz einen ersten Preis erhalten. Der Wettbewerbsbeitrag des Kurses zum Lutherjahr ("#hiersteheichundkannnichtanders") wurde aus insgesamt 297 eingereichten Arbeiten ausgewählt. Die feierliche Preisverleihung fand am 13. Juni 2017 im Frankfurter Hof in Mainz statt, im Anschluss wurde die Ausstellung der ersten und zweiten Preisträgerarbeiten im Foyer des Abgeordnetenhauses des Landtags eröffnet. Die medienöffentliche Preisverleihung nahmen Landtagsvizepräsidentin Barbara Schleicher-Rothmund und die stellvertretende Direktorin der LpB Marianne Rohde vor.


"#hiersteheichundkannnichtanders"

Mitgedacht – mitgemacht. So lautet das Motto des Schüler- und Jugendwettbewerbs der Landeszentrale für politische Bildung, dessen Themenstellung im Jahr 2017 die 500-jährige Wiederkehr des Thesenanschlags von Wittenberg aufgreift und dem diese Website als Wettbewerbsbeitrag zugeordnet ist.

Ob Martin Luther seine Thesen gegen kirchliche Praktiken des ausgehenden Mittelalters nun eigenhändig an die Pforte der Schlosskirche in Wittenberg hämmerte oder ob er einen anderen publizistischen Weg in einer sich um 1500 zunehmend vernetzenden Welt wählte, sei dahingestellt. Auf jeden Fall war der Augustinermönch eine zentrale Gestalt eines reformatorischen Willens, der die kirchliche und politische Elite in Deutschland und Europa herausforderte. „Sein Denken entsprach zwar den Vorstellungen seiner Zeit, doch sein Wirken hat trotzdem die demokratischen Werte befördert: Freiheit, Toleranz, Gewissen sowie die Trennung von Staat und Religion sind Ideen, die in der Reformationszeit ihre  Wurzeln haben“, heißt es im Flyer des Wettbewerbs.

Der Leistungskurs Geschichte der Jahrgangsstufe 12 des Johannes-Gymnasiums ging in einer zehnwöchigen Unterrichtsreihe auf die historischen Entstehungsbedingungen der lutherischen Reformation ebenso ein wie auf die Folgen der Konfessionalisierung bis ins 21. Jahrhundert. Damit korrelierte die unterrichtliche Thematik mit den Akademietagen unserer Schule, die sich in einjähriger Regelmäßigkeit philosophisch-theologischen Fragen widmen. Den Abschluss der Unterrichtseinheit bildete eine viertägige Exkursion der Kursschüler zu den wichtigsten Wirkungsstätten Martin Luthers – nach Wittenberg, Erfurt und Eisenach (vgl. hierzu den Ablauf der Studienfahrt vom 19.2.2017 bis 22.2.2017).

Die vorliegende Website ist das Resultat vorbereitender und ergebnissichernder Arbeiten des Kurses. Die Schülerinnen und Schüler verfassten Texte und nahmen Audiodateien auf, die sowohl der Information "vor Ort" als auch der Nachbetrachtung der besuchten Lutherorte dienten. Darüber hinaus konnten Schülerinnen und Schüler Workshops besuchen, die sich mit ausgewählten Themen der Reformationsgeschichte beschäftigten: dem Verständnis von Freiheit und Gewissen im lutherischen und modernen Sinn, der ökumenischen Frage nach einenden und trennenden Elementen evangelischer und katholischer Kirche sowie der Funktion einer Kirchenmusik, die der „Hobby-Komponist“ Luther mit seinen Werken begründete. Fachübergreifend behandeln diese Workshops somit Themen, die in der Wettbewerbsausschreibung den Unterrichtsfeldern Geschichte, Religion und Musik zugeordnet werden können. Die von den Schülerinnen und Schülern verfassten Protokolle fangen die Ergebnisse dieser Workshops ein.

Der Fachlehrer fungierte als Tutor, der die Literaturrecherche und die Dokumentenanalyse der Schülerinnen und Schülern begleitete. Individuelle Zugänge einzelner Schülerinnen und Schüler wurden so weit wie möglich aufgegriffen und genutzt – sei es bei der praktischen Vorbereitung eines Gesprächs mit einem Kölner Weihbischof, der digitaltechnischen Aufbereitung von Audiodateien oder einfach nur durch Protokolle und Referate innerhalb des Unterrichts. Von administrativen und didaktischen Hilfen des Fachlehrers abgesehen, ist die vorliegende Website somit eine Kursarbeit.

Edgar Benz, Fachlehrer des Leistungskurses Geschichte