- März 2017: Start des Aquaponik-Projekts

- November 2016: Umwelt Bündnis Mittelrhein und BUND zu Gast am Lahnsteiner Johannes-Gymnasium-E-Mobilität im Blick

Schlange stehen für eine Probefahrt mit dem Drahtesel? Das taten die Johnny-Schüler gern, denn die zwei schicken Zweiräder mit Elektromotor, die neben den beiden Elektroautos auf dem Schulhof auf Testfahrer warteten, waren heiß begehrt. Im Rahmen seiner Klima-Tour war das "Bündnis Klimaschutz Mittelrhein " rund eine Woche am Mittelrhein und im Westerwald unterwegs und machte auch Station am Johannes-Gymnasium in Lahnstein, um, wie Mathias Boiler und Egbert Bialk vom BUND Rhein-Lahn und Koblenz sagten, "Schüler für den Klimaschutz zu sensibilisieren und sie mit Elektromobilität vertraut zu machen" .

 "Wir machen dies, um auf die WeltkIimakonferenz in Marrakesch (Marokko) in der kommenden Woche aufmerksam zu machen, die als Nachfolgekonferenz der Weltklimakonferenz in Paris stattfindet", erklärte Boiler, der auch Falko Witte von der Firma Laufrad für die Aktion gewinnen konnte. "Wir wollen damit den Zusammenhang zwischen Fluchtursachen, Klimawandel, fairer Weltwirtschaft und aktiven Beiträgen zur Bekämpfung von Fluchtursachen darstellen. Auch unser Kinderhilfsprojekt in Japan und ein Solar-Ausbildungsprojekt in Tansania sollen unterstützt werden." Im Johnny stießen die Umweltschützer damit auf offene Ohren, denn die SchuIe hat vor einigen Jahren aus eigener Initiative eine Solaranlage installiert, wie Schulleiter Rudolf Loch erklärte.

Die Themen Klimawandel und Umweltschutz habe die SchuIe daher stets im Blick. Dass ein Klimachaos droht, steht nicht nur für die BUND-Vertreter außer Frage. 2016 wird das wärmste Jahr bisher, berichten Wissenschaftler. Noch mehr Menschen im Süden verlieren ihre Lebensgrundlage, müssen ihre Heimat verlassen, Auch im Norden drohen Wetterextreme, Missernten, Anstieg des Meeresspiegels. "Unsere Schwester 'Erde schreit auf", sagte auch Papst Franziskus unlängst in seiner Umweltenzyklika. "Wir alle sitzen in einem Boot - als Verursacher und als verantwortlich Handelnde" , sagt BoIler.

"Das Klimaabkommen von Paris machte Hoffnung, beim Folgegipfel in Marrakesch soll es weitergehen. Weitere mutige Schritte sind gefordert." Aber gerade in Deutschland werde qemauert:  "Kein Kohleausstieg, die erneuerbaren Energien werden abgewürgt, die Verkehrsabgase steigen." Noch immer gebe es kein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu den Klimaschutzzielen der Konferenz von Paris, kritisieren er und Bialk. Ziel der Klima-Tour in der Region ist, zu zeigen, dass Klimaschutz jeden Einzelnen angeht, und vor allem, dass er möglich ist. "Wir möchten das Bewusstsein für den Klimaschutz wecken, deutlich machen, wie einfach zum Beispiel Elektrornobilität funktioniert", erklärt BoIler.

Die Schüler, die in auf dem Johnny-Schulhof mit dem neuen Mountain-E-Bike eine Runde drehen durften, waren begeistert. Für die Oberstufenschüler standen zwei Elektro-Autos, ein Renault und ein BMW, für eine Probefahrt bereit, sie waren ebenso heiß begehrt wie die Zweiräder. Die Akteure der Klima-Tour zeigten sich zufrieden: "Wir haben während der ganzen Woche viele interessante Gespräche ge- führt", resümierte Egbert Bialk, "und wir sind begeistert davon, wie offen die Schüler Elektrornobilität gegenüberstehen und bereit sind, sich für den Klimaschutz einzusetzen."

(Rhein-Zeitung Koblenz, 7.11.2016)