Das Johannes-Gymnasium unterstützt seit 2013 aktiv die entwicklungspolitische Projektarbeit des Vereins Friedenskinder e.V. mit Sitz in Koblenz mit einer Reihe von Solidaritäsaktionen.

Solidaritätsmarsch am 20.09.2016 - 22.000,- € Erlös!


Sie sind gewandert, gejoggt und gelaufen – nach Koblenz, um den Laacher See, entlang der Lahn, in die Ruppertsklamm und auf diversen Traumpfaden. So, wie an jedem anderen Wandertag auch. Und doch war dieser Wandertag Anfang September für die Schülerinnen und Schüler des Johannes-Gymnasium etwas anders. Es war ein Solidaritätslauf, jeder gelaufene Kilometer wurde in klingende Münze verwandelt und das Ergebnis war "sensationell". Das jedenfalls meinte Nobert Weise, Schirmherr des Vereins "Friedenskinder", der gemeinsam mit dem Vorsitzenden Bernd Wangelin von Schulleiter Rudolf Loch im Allerseelengottesdienst einen Scheck in Höhe von 22 000 Euro entgegennehmen konne. "Einen Scheck über diesen Betrag hatte ich auch noch nie in den Händen", freute sich ein sichtlich stolzer Schulleiter. Zwei Klassen der Unterstufe (6b und 5b) und zwei Kurse der Oberstufe hatten dabei überdurchschnittlich viel Geld gesammelt, sie dürfen sich über einen zusätzlichen Wandertag freuen.

(v.l.: Herr Norbert Weise, Herr Bernd Wangelin und Herr Rudolf Loch)

Seit gut drei Jahren gibt es eine Kooperation zwischen dem Johannes-Gymnasium und dem Verein. "Mit diesem Geld können wir zwei Projekte unterstützen", freute sich Bernd Wangelin in seiner Dankesrede an Schüler, Kollegium und die vielen Sponsoren. Zum einen soll die "Elemantary School" in Mahey/Pakistan weiter ausgebaut werden. Derzeit besuchen 114 Kinder in 7 Klassen die Schule, es gibt eine lange Warteliste. Ziel ist es, dass irgendwann 200 Kinder die Schule besuchen können. Bei allen Schulen mit mehr als 100 SchülerInnen ist es in Pakistan vorgeschrieben, eine Mauer um die Schule zu bauen und Überwachungskameras zu installieren. Mit Beginn des neuen Schuljahres, das im Januar beginnt, sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.

"Dieser Scheck bietet uns Sicherheit für die nächsten fünf Jahre" freute sich Wangelin, der über ein zweites Projekt in Ruanda berichtete, das mit 3000 Euro unterstützt wird: "Euer Geld ist gut angelegt, die Kinder in Pakistan und Ruanda danken euch von Herzen". (mrk)



Artikel der Rhein-Lahn-Post zum Solidaritätsmarsch 2016


Aktuelle Informationen zum Schulprojekt in Pakistan (04.05.2015):
Liebe Schirmherrin, liebe Schirmherren, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Vorstandskolleginnen und -kollegen, am 20. 04.2015 gab es in Mahey/Pakistan ein für unseren Verein und die Menschen in Mahey bemerkenswertes Ereignis, die offizielle Eröffnung der "Elementary School" (vergleichbar mit unserer Grundschule) im fertig zu Schule, Nähschule und Arztpraxis gestellten Gebäude unseres Freundes Arif Minhas, das er uns vertraglich für 30 Jahre zur Nutzung überlassen hat. Leider konnte Arif Minhas aufgrund einer akuten Erkrankung nicht an der Eröffnung teilnehmen, was ihm sehr leid tut. Arif will nach seiner Genesung einen Besuch dort nachholen und wünscht sich Begleitung aus unserem Verein. Es gibt z. Zt. 2 Leute, die mit ihm dorthin reisen wollen, vielleicht kommen noch Mitreisende dazu, sehr gerne, allerdings auf eigene Kosten. Mahey liegt im Osten Pakistans, rund 20 km von der indischen Grenze entfernt in einer ruhigen Gegend Pakistans, dem Punjab, der bei der Staatengründung in einen indischen und pakistanischen Bundesstaat geteilt wurde. Bitte schauen Sie sich/schaut Euch die Fotos an, sie geben einen guten Eindruck über die zukünftige Nutzung des Hauses und zeigen die Freude und den Stolz der Kinder und Frauen aus Mahey. Die Frauen im Bild sind u. a. die Lehrerinnen der Elementary School, die Nählehrerinnen und die Nähschülerinnen. Die Schuluniformen der Kinder, die Bekleidung der Näherinnen sind in unserem FK-Blau gehalten. 

Die Nähschule läuft schon ein halbes Jahr, es hat sich schon ausgezahlt, wir mußten die Schuluniformen nicht einkaufen, sie wurden von den Nähschülerinnen angefertigt. Der einzige Mann im Bild ist ein Arzt, der dort im Wechsel mit 2 Kollegen eine Notfallpraxis kostenlos für arme Familien führt. Eine kleine Apotheke rundet das medizinische Angebot ab, die Medikamente müssen bezahlt werden, wir haben die Erstausstattung mit "echten Medikamenten" finanziert. Wie ich von Arif Minhas weiß, werden den armen Leuten ohne Schulbildung oft vollkommen wirkunslose Medikamente angedreht, das soll sich u. a. in der Zukunft ändern durch Menschen mit Schulbildung auch aus armen Verhältnissen. Wir wünschen diesem anspruchsvollen Projekt eine gute Zukunft und den Menschen in Mahey viel Freude an unserer "Friedenskinder-Schule" in Pakistan.
Herzliche Grüße Bernd Wangelin Friedenskinder e. V. Koblenz Vorstand


RZ-Artikel zum Schulprojekt und dem 5jährigen Vereinsjubiläum

Schule soll Offenheit statt Fanatismus vermitteln

In der neu eröffneten Grundschule „Mohammad Khan Elementary Education Center“, die Projektleiter Arif Minhas mithilfe einheimischer Freunde im Auftrag des Koblenzer Vereins Friedenskinder in Pakistan errichtet hat, werden Kinder zu Toleranz und Respekt gegenüber allen Menschen erzogen. Rund 30 000 Euro an Spenden und Mitgliedsbeiträgen brachte der Verein auf, um ein ehemaliges Wohnhaus in der Stadt Mahey unweit der pakistanisch-indischen Grenze in eine neue Schule zu verwandeln. Zu den 64 Erst- und Zweitklässlern, die diese seither besuchen, kommen mehr als 70 Mädchen und junge Frauen, die in angegliederten Werkstätten zu Näherinnen ausgebildet werden. „Die schönen Schuluniformen unserer Grundschüler haben unsere jungen Näherinnen angefertigt“, hebt der 53-jährige Projektleiter hervor.

Viele der sechs- bis achtjährigen Schulkinder arbeiteten noch vor anderthalb Jahren in Ziegeleien, wo sie als sogenannte Lohnsklaven harte Arbeit verrichten mussten. Doch da die deutschen Helfer die „Ziegelei-Kinder“ regelrecht freikauften und nun auch für deren Schulgeld aufkommen, haben sie eine echte Chance, teilt der Verein mit. Acht Klassenstufen soll das nach Arif Minhas’ Vater benannte „Education Center“ in einigen Jahren haben. „Bauliche Kosten fallen vorerst keine mehr an, aber um die Schule zu betreiben und auch bedürftigen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, müssen wir in den kommenden Jahren jährlich fast 10 000 Euro aufbringen“, sagt Friedenskinder-Schatzmeister Karl-Heinz Schuster. Dass der Verein dazu in der Lage ist, steht derzeit außer Frage. „Langfristig sind wir jedoch auf weitere Förderer angewiesen, die uns dabei helfen, unser Schulprojekt in Mahey erfolgreich fortzuführen“, betont Schuster. So wie beispielsweise das Lahnsteiner Johannes-Gymnasium, das die Arbeit in Pakistan bereits unterstützt.

Von allen Ländern, in denen der Koblenzer Verein Friedenskinder aktiv ist, hat Pakistan das schlechteste Image: „In Medienberichten wird Pakistan oft als Brutstätte gewaltbereiter Islamisten dargestellt, als Heimat von Hasspredigern, Koranschulen und unterdrückten Frauen in Burkas“, sagt der in Deutschland lebende Pakistaner Arif Minhas. „Dass der Großteil der Muslime gemäßigt und friedliebend ist, wird leider allzu oft verschwiegen“, bedauert Minhas, der die Pakistan-Projekte der Hilfsorganisation leitet.

Auf eine mindestens 30-jährige Nutzung des Gebäudes haben sich die pakistanischen und deutschen Partner vertraglich verpflichtet. Arif Minhas hofft, dass in dieser Zeit möglichst viele Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien die Grund- und Nähschule durchlaufen. Denn Bildung sei das wirkungsvollste Mittel gegen Fanatismus.

Fünf Jahre Friedenskinder: Aus diesem Anlass lädt der Verein Mitglieder, Spender und Freunde für Samstag, 30. Mai, ab 13 Uhr zu einem Picknick an der Langen Tafel vor dem Kurfürstlichen Schloss ein.

( aus: RZ Koblenz und Region vom Donnerstag, 28. Mai 2015)