In den fünfziger Jahren bereits wurde die GCL (Gemeinschaft Christlichen Lebens) an unserer Schule gegründet. Die GCL ist ein katholischer Jugendverband, dessen Wurzeln bis auf den heiligen Ignatius von Loyola zurückzuverfolgen sind. Aus den einzelnen Klassen haben sich Gruppen formiert, die sich einmal wöchentlich zu einer Gruppenstunde treffen, um gemeinsam zu spielen, zu basteln; kurz: um ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen.    Im Durchschnitt kann in 14 verschiedenen Gruppen, die von 16 Gruppenleitern betreut werden, etwa 90 Schülerinnen und Schülern ein vielseitiges Programm angeboten werden. Da die Gruppenleiter selbst noch Schüler sind, meist aus der Oberstufe, werden sie von einem Pater und Lehrer begleitet, die stets ein offenes Ohr haben. In den vergangenen Jahren haben sich besonders Pater Ernst Karbach (Foto), Benno Lukitsch und zuvor die Familie Krauß um die GCL gekümmert.    

Übers Jahr verteilt finden Aktionswochenenden, Ausflüge, Gottesdienste, Früh- und Spätschichten, Zeltlager und vieles mehr statt. Die genannten Angebote werden gut besucht: Teilnehmerzahlen von 100 Schülerinnen und Schüler in den Sommerzeltlagern und ca. 40 bei den Frühschichten und Gottesdiensten sind keine Seltenheit. Die Zeltlager finden auf einem eigenen Lagergelände im Taunus statt. Doch die GCL ist auch außerhalb der Schulzeiten aktiv. Aufgrund der Nähe zu den Flüssen Rhein und Lahn ist die Hochwassergefahr recht hoch. Heißt es auf dem Schul- und Klostergelände dann mal wieder "Land unter" stehen die älteren GCL'er als "Ersthelfer" bereit, um die schlimmsten Schäden abzuwenden und nach der Flut wieder vieles zu reinigen. Selbstverständlich kommt auch dabei der Spaß nicht zu kurz!

Bei Elternsprechtagen sorgt die GCL mit selbstgebackenen Plätzchen, Kaffee und belegten Brötchen für das leibliche Wohl der Lehrer und Eltern. Der durch den Verkauf erwirtschaftete Gewinn wird Hilfsprojekten zur Verfügung gestellt. Die aufgeführten Aktionen und Programmpunkte haben die GCL'er zu einer guten Gemeinschaft zusammenwachsen lassen, die mit dazu beiträgt, die Schulzeit interessant und abwechslungsreich zu gestalten.



Berichte zu Veranstaltungen der GCL:

Bericht in der Rhein-Lahn-Zeitung zum GCL-Lager 2015:

130 Teilnehmer erleben eine aufregende Zeit

Ferienfreizeit 41. Auflage des Zeltlagers der Lahnsteiner GCL bietet Ungewöhnliches und Neues – Gast aus Syrien dabei

Auch wenn der runde Geburtstag zum 40-jährigen Bestehen des Zeltlagers der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) am Lahnsteiner Johannes-Gymnasium bereits ein Jahr zurückliegt, etwas Besonderes war auch die Auflage 2015 der Ferienfreizeit unter dem Motto „Stories of LA – Die Saga beginnt“. Das hatte gleich mehrere Gründe.

Die Teilnehmerzahl: Rund 130 Kinder und Jugendliche sowie Betreuer trafen sich auf dem Platz an dem „Drei-Gemeinden-Eck“ von Weyer/Dahlheim/Eschbach unmittelbar am Wellmicher Bach, um gemeinsam zehn spannende und erlebnisreiche Tage zu verbringen – eine enorme Anzahl, die schon sehr nah an die Grenze des Machbaren kommt. Aber: „Bis jetzt geht es eigentlich“, sagt Benno Lukitsch, Lehrer am Johnny. Allerdings sei es vor allem für die Köchinnen und Helfer in der Küche anstrengend, ergänzt Pater Ernst Karbach, der die GCL in Lahnstein vor vielen Jahren gegründet hatte, das traditionelle Zeltlager in den ersten zehn Tagen der Sommerferien stets begleitet und sowohl den Teilnehmern als auch den jugendlichen Betreuern immer mit Rat und Tat zur Seite steht.

Fremde Kulturen: „Wir hatten in diesem Jahr einen Asylsuchenden dabei“, sagte Karbach. Ein 21-jähriger Syrer verbrachte einige Tage auf dem Zeltplatz. „Es war richtig gut, dass er da war“, ergänzt der Pater mit Blick darauf, dass die Kinder und Jugendlichen so hautnah das Thema Flüchtlinge erleben konnten. Wirklich als Fremder wurde er allerdings nicht betrachtet. Er sei eigentlich wie ein Gruppenleiter gewesen, sagte Morena Merkelbach. Die 17-jährige Lahnsteinerin betreut selbst eine Gruppe von „Kleinen“ und ist zudem Präfektin, gehört also zur Führungsriege der GCL am Johannes-Gymnasium. Der 21-jährige Syrer hat schnell gelernt, mit dem Leben im Zeltlager umzugehen, und gewann dabei auch die Sympathien der anderen. Am Ende seien eine ganze Menge Schüler herumgelaufen, die ihren Namen in arabischer Schrift auf ihrem Arm trugen, sagt Karbach – Integration. Vor einiger Zeit hatten GCLer am Lahnsteiner runden Tisch für Flüchtlinge teilgenommen und die Arbeit der Jugendorganisation vorgestellt. Im Anschluss unterbreitete Pater Karbach der Stadt das Angebot, Flüchtlinge ins Zeltlager mitzunehmen. Auch bei den wöchentlichen Gruppenstunden seien Gäste gern willkommen.

Das Programm: Klassiker fehlten in den zehn Tagen nicht – auch wenn das Wetter die Teilnehmer manchmal etwas plagte. Die Stafette, das Schmugglerspiel, die Schnitzeljagd, die Nachtwanderungen oder auch das große Fußballturnier sorgten auch dieses Mal für Spaß und spannende Wettkämpfe. Doch Neues macht stets den Reiz aus, und so haben sich die Organisatoren für dieses Mal etwas Ungewöhnliches ausgedacht. Beim sogenannten Hike wandern die Gruppen zu Grillhütten in der Umgebung und verbringen dort gemeinsam eine Nacht mit Lagerfeuer und allem, was dazu gehört. Erst am nächsten Morgen kehren sie zurück ins Zeltlager. „Das ist ein Novum“, betont auch Karbach, der im Vorfeld mit den entsprechenden Bürgermeistern alles Notwendige abgeklärt hatte.

Am vergangenen Sonntag endete dann das 41. Zeltlager der Lahnsteiner GCL. Zehn Tage vergingen wie im Nu. Traditionell beginnt der Abschlusstag mit einem gemeinsamem Gottesdienst, bevor die Eltern zum Mittagessen das Lager besuchen und dann ihre Sprösslinge mit nach Hause nehmen. Für die Organisatoren ist dann allerdings noch kein Feierabend, denn die Zelte müssen abgebaut und später sauber gemacht werden, und auch alles andere, was für eine solche Großveranstaltung gebraucht wird, muss ordentlich verstaut werden, um es dann zurück ans Rhein-Lahn-Eck zu bringen. me

Rhein-Lahn-Zeitung Bad Ems vom Donnerstag, 6. August 2015, Seite 17