In der Woche vor Christi Himmelfahrt reisten 17 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 7 bis 10 des Johannes-Gymnasiums in Lahnstein nach Châlons in der Champagne. Mit dem dortigen Collège St. Etienne und dem Lycée Ozanam besteht seit über 50 Jahren ein Schüleraustausch, der das Leben in der Familie der Austauschpartner, die Teilnahme am Schulleben und das Kennenlernen der Region ermöglicht.

Die Nervosität bei der Abfahrt hielt sich in Grenzen: bereits beim Besuch der Franzosen im November hatten sich die meisten Schüler kennengelernt und gut verstanden; so gab es nach 5 Stunden Fahrt – unterbrochen von der Mittagspause in Luxemburg -  endlich ein erfreutes Wiedersehen in Frankreich und nach einer kleinen Erfrischung in der Schule ging es in die Familien.

Am Donnerstag begleiteten die deutschen SchülerInnen ihre französischen Partner einen Tag lang in ihrem Schulalltag und erlebten Unterschiede und Gemeinsamkeiten: wie wird unterrichtet? Wie ist das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern? Welche Fächer sind weiter im Stoff, welche nicht? Was passiert in den Pausen? Wie schmeckt’s in der Schulkantine? Befremdlich vor allem, wie lange ein ganz normaler französischer Schultag dauert; so mancher deutsche Schüler schätzte plötzlich sein eigenes Schulleben!








Collégien mit ihren deutschen Partnern vor dem Rathaus in Châlons-en-Champagne







Freitags standen Projekte auf dem Programm: Einen ganzen Tag lang konnten deutsche und französische Austauschpartner zusammen arbeiten. Im Lycée wurde vormittags zu Druckgraphiken recherchiert, am Nachmittag konnte man diese Kenntnisse bei einem Museumsbesuch praktisch anwenden. Im Collège stand der Vormittag unter dem Thema „französische BD/Comics“. In verschiedenen Gruppen machten sich die Schüler mit Geschichten von Tintin, Asterix und Ducobu vertraut und präsentierten sie ihren Mitschüler – die Deutschen auf französisch, die Franzosen auf deutsch. Nachmittags gab’s eine Rallye durch Châlons: 30 Fragen, deutsch oder französisch, mussten beantwortet werden; und der Gewinnergruppe winkte eine BD als Preis.

Am Wochenende konnten sich Gastfamilien und Freunde ganz individuell ihren deutschen Besuchern widmen.

Am Montag stand der Tagesausflug nach Paris auf dem Programm. Bei wunderbarem Wetter diente der Eiffelturm als Ausgangspunkt: nach dem obligatorischen Erinnerungsfoto zog es die einen auf seine Aussichtsplattformen mit beeindruckenden Blicken über ganz Paris, andere fuhren direkt auf die Ile de la Cité, Saint-Michel und Centre Pompidou. Aber auch die Turmbesteiger kamen noch in die Innenstadt: Concorde, Tuilerien, Louvre und schließlich die Hallen zum Erstehen diverser Souvenirs.









Johnny- und WHG-Schüler/innen an einem sonnigen Montag in Paris


Der vorletzte Tag diente dem Kennenlernen der Region unsere Partnerschulen. Morgens bei einer Bootsfahrt auf der Marne eröffneten sich wunderschöne Perspektiven auf die Weinhänge der Champagne; nach einer Mittagspause in Epernay erfuhren wir Interessantes zur Champagner-Herstellung bei dem Familienbetrieb Vadin-Plateau in Cumières.

Am Mittwoch war es Zeit für die Heimfahrt: erfüllt von neuen Eindrücken und Erfahrungen kehrten die Schülerinnen und Schüler nach Deutschland zurück, wo sie von ihren Angehörigen und Freunden mit Neugier erwartet wurden. Die verantwortlichen Lehrerinnen, Elisabeth Grimm und Dominique Spahl-Söndgen, freuen sich mit den Schülern auf den nächsten Besuch der französischen Schüler von 29. November bis 6. Dezember 2012; Neuanmeldungen werden zu Beginn des nächsten Schuljahres entgegengenommen. (gm)