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Unter dem Motto "Glaube und/oder Vernunft - woran orientiere ich mein Leben?"

reflektierten Schülerinnen und Schüler des Johannes-Gymnasiums und des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums Kolbenz  zwei Tage im Bildungshaus Marienau in Vallendar.

Eröffnet wurden die Akademietage in diesem Jahr durch einen Vortrag von Herrn Dr. Eckhard Türk, Referent für Weltanschauungsfragen im Bistum Mainz, am 17.02.2010 mit dem Titel: "Den Verstand abgeben? Über Vernunft, Religion und Pseudoreligion."

An den darauf folgenden zwei Tagen in Vallendar erwartete die Schülerinnen und Schüler ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm.

Zunächst vertiefte Herr Prof. Markus Schulze, Professor für Dogmatik an der Theologischen Hochschule Vallendar, im Stil einer Vorlesung die Thematik, in dem er die Frage nach der Existenz Gottes in einer anthropologischen Analyse fundierte. Seine Grundthese lautete: In der Betätigung der Vernunft ist diese auf den Glauben angewiesen. Laut Schulze ergibt sich aus der Vernunfttätigkeit eine unendliche Fragedynamik, in der der Mensch selbst zur Frage wird. Diese Frage kann der Mensch selbst nicht lösen. Sie ist nur lösbar durch die Hypothese der Existenz Gottes, des "von woher" und"worauf hin" der Unabschließbarkeit der Frage nach dem Menschen.

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In der anschließenden Diskussion wurde diese Position von den Schülerinnen und Schüler kontrovers beurteilt.

Die Teilnehmer konnten daraufhin sich in eine der vier Arbeitsgruppen anmelden, die von den begleitenden Lehrerinnen und Lehrer, Frau Grimm, Frau Wittenbruch-Overings, Herrn Orth und den beiden Schulleitern der beteiligten Gymnasien, Herrn Reitz und Herrn Loch, geleitet wurden.

Die Themen der Arbeitsgruppen lauteten:

1. „Möglichkeiten und Grenzen mathematisch-naturwissenschaftlicher Rationalität“ - Leitung: Herr Loch

2. „Religion innerhalb der Grenzen der Vernunft (I. Kant)“ – Leitung: Frau Baumann

3. „Warum Gott nicht "gut" oder "gerecht" ist. Hinführung an die Negative Theologie“  – Leitung: Herr Reitz

4. „Dialektik der Säkularisierung: Habermas und Ratzinger im Gespräch“ – Leitung: Frau Grimm und Frau Wittenbruch-Overings.

 

Die Arbeit in den verschiedenen Workshops war geprägt von einer intensiven Beteiligung der Schülerinnen und Schüler. Dabei erwies sich die Kooperation zwischen den Teilnehmer/innen der beiden Schulen untereinander als sehr gelungen.

Eine sehr anregende Auseinandersetzung mit der Thematik lieferte der bekannte "Zauberphilosoph" Dr. Andreas Michel am Abend des ersten Akademietages mit seiner einzigartigen Verbindung von Zaubertricks und philosophischen Interpretationen.

Nach einer morgendlichen Meditation startete die Akademie am zweiten Tag mit der Präsentation der Ergebnisse aus den Workshops. Die Qualität der Lernplakate der Schülerinnen und Schüler zeugte von dem hohen Niveau in den einzelnen Workshops.

Nach der szenischen Aufführung einer Schülergruppe des Cusanus-Gymnasiums eines Ausschnitts aus "Nathan der Weise - die Ringparabel" (Lessing) diskutierten die Teilnehmer/innen sehr intensiv die Grundfrage der diesjährigen Akademietage, die letztlich hinter der Verhältnisbestimmung von Glaube und Vernunft steht: Existiert Gott?

In dieser Diskussion wurde für die Diskutanten noch einmal sehr deutlich, dass die Vernunft in dieser Frage an eine Grenze kommt, die lediglich im vertrauenden Glauben an einen umfassenden Sinnhorizont überschritten werden kann.

In der abschließenden Evaluation der Akademietage formulierten die Teilnehmer/innen ein durchweg positives Feedback und den Wunsch, die inhaltliche Dichte der Tagung auf drei ganze Tage auszuweiten, um der Reflektion und Diskussion einen größeren Raum zu geben.

Die Schülerinnen und Schüler hoben ausdrücklich die gute Atmosphäre der Tagung hervor und bedankten sich bei den begleitenden Lehrerinnen und Lehrern, insbesondere bei Frau Grimm und Frau Wittenbruch-Overings, für die Vorbereitung und Durchführung der Akademietage 2010.

 

(Rudolf Loch, 20.02.2010)

 

 

 

 

 

Den Bericht über die Akademietage 2009 finden Sie hier.